Basics Hundetraining: Wie du deine Ziele mit deinem Hund erreichst

Deine Trainingsmotivation schießt von 0 auf 100 und dann genauso schnell wieder zurück? Du hast schon vieles ausprobiert, aber ein paar Baustellen mit deinem Hund bleiben einfach bestehen? Schalte mal einen Gang zurück und besinne dich auf die Grundlagen im Hundetraining. Denn die geraten schnell in Vergessenheit, obwohl sie die Basis für jedes Training bieten.

In unserem letzten Artikel hast du erfahren, warum Training überhaupt wichtig ist, wie du deine Ziele erreichst, wie du mit Fehlern umgehen kannst und wie du es schaffst, dass dein Hund weiß, was du von ihm willst.

Hundetraining für Anfänger*innen | Teil 1 

Heute verraten wir dir, warum die Körpersprache deines Hundes so wichtig für das Training ist, wie du eine gute Bindung zu deinem Hund schaffst und warum Entspannung für dich und deinen Hund eine Voraussetzung dafür ist, dass Training überhaupt funktionieren kann.

Die Körpersprache deines Hundes verrät dir so viel

Ehrlich gesagt: Ohne Übung ist die Körpersprache der Hunde gar nicht so leicht zu durchschauen. Aber es gibt ein paar Basics, die du gut erkennen und an denen du dich schnell orientieren kannst:

  • Körperspannung,
  • Rutenhaltung,
  • Rückenhaare,
  • Ohrenhaltung.

Fang leicht an!

Beobachte deinen Hund zu Hause, wenn er entspannt ist. Wenn er gerade neben dir liegt, schau ihn genau an. Wenn du die Körpersprache deines entspannten Hundes gut kennst, dann beobachte ihn auch in anderen Situationen. Wie sieht er aus, wenn er dich begrüßt? Wie sieht er aus, wenn es an der Tür klingelt? Schau immer mal wieder auf diese vier Basics. So wirst du zum Profi für deinen eigenen Hund und damit auch schneller bei fremden Hunden.

Der nächste Schritt für Körpersprache-Profis

Auch die Gesichtsmuskulatur und der Körperschwerpunkt deines Hundes verraten dir viel darüber, wie dein Hund sich gerade fühlt und was er braucht. Versuche auch seine Blicke besser zu erkennen. Hunde schauen manchmal für Millisekunden aus dem Augenwinkel in eine Richtung, was für dich als Bezugsperson eine wichtige Information ist.

Nutze diese Beobachtungen, um wichtige Entscheidungen zu treffen: Zieht dein Hund den Schwanz ein, wenn ein Kind auf ihn zugerannt kommt? Dann sollten fremde Kinder definitiv erstmal nicht zum Streicheln rankommen. Bellt dein Hund andere Hunde an? Dann wird er schon vorher seine Ohren und seinen Kopf dort hinbewegen und steif werden. Wenn du gelernt hast diese Anzeichen zu erkennen, ist genau das der Moment, in dem du positiv eingreifen kannst. Wie du in solchen Momenten am besten reagierst, erfährst du in unserer Lieblingsübung:

https://ulrikeseumel.de/probleme-mit-hund/

Du kennst deinen Hund am besten!

Als Körpersprache-Profi für deinen eigenen Hund bist du auch Expert*in für seine Bedürfnisse. Du kannst erkennen in welchen Situationen er deine Hilfe braucht, Angst hat, Ruhe braucht, etc. Die Bedürfnisse deines Hundes sind eine wichtige Informationsquelle.

Jedes Lebewesen strebt nach der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Bei mir sind das Essen, Schlafen und mit Ascii kuscheln. Also jetzt mal im Ernst: Du kennst die Bedürfnispyramide. Die erste Stufen bilden Essen, Schlafen (Ruhe), Fortpflanzung, und Gesundheit. Auf der zweiten Stufe befindet sich die Sicherheit, also Schutz und Routine. Die dritte Stufe bilden soziale Bedürfnisse wie Kuscheln und Spielen.

Du hast die Kontrolle über ALLES

Wenn du dir die Bedürfnispyramide anschaust, stellst du fest, dass du alles in dem Leben deines Hundes bestimmst. Du entscheidest wann und wo er schläft, frisst, sein Geschäft macht, mit wem und wie lange er spielen darf und noch vieles mehr. Ein paar Entscheidungen darf dein Hund selbst treffen und die sind enorm wichtig für dich! Wenn er draußen, statt von dir gestreichelt zu werden, lieber auf seinem Ball rumkaut, dann ist das eine wichtige Information für dich. Es heißt nicht, dass er dich nicht mag, sondern der Ball ist anscheinend wichtig für ihn in dieser Situation.

Und was ist mit dir?

Genauso wichtig wie die Bedürfnisse deines Hundes, sind auch deine! Wenn du möchtest, dass er beim Rückruf sofort zu dir kommt, dann überlege dir, warum er das tun sollte, wenn da draußen Rehe, Hunde, Radfahrer und Vögel viel interessanter sind? Sein Hundegehirn ist darauf ausgerichtet Dinge zu wiederholen, die sich gelohnt haben. Unseres übrigens auch. Deshalb wird er vielleicht lieber zum anderen Hund zum Spielen, statt sich bei dir anleinen zu lassen. Wenn er aber bei dir auch Spaß hat, zum Beispiel weil er den Ball bekommt oder du ihn fröhlich lobst und vielleicht noch einen Keks wirfst, dem er nachlaufen kann, dann wird es ihm leicht fallen, bei deinem Rückruf sofort zu dir zu kommen. Wenn dein Hund ein Verhalten zeigt, welches du nicht gut findest, dann nimm es nicht persönlich. Er tut es nicht, um dich zu ärgern und auch nicht aus Trotz. Es steht immer ein Bedürfnis dahinter. Frage dich: Welches Verhalten wünschst du dir stattdessen von deinem Hund? Und wie kannst du es belohnen, sodass auch seine Bedürfnisse befriedigt werden?

Die Bindung zwischen deinem Hund und dir basiert auf euren Bedürfnissen

Bedürfnisbefriedigung ist die Grundlage für eine gute Bindung zwischen dir und deinem Hund. Wenn du dich fragst, ob dein Hund eine gute Bindung zu dir hat, dann kannst du das an zwei Punkten erkennen: Wie oft löst du gute Gefühle aus und befriedigst seine Bedürfnisse? Wie oft löst du Angst, Frust oder Konflikte aus? Natürlich kannst du nicht alle schwierigen Situationen vermeiden, aber für eure Bindung ist entscheidend, wie du mit diesen Situationen umgehst. Wenn dein Hund zum Beispiel Angst hat, bietest du ihm dann Schutz oder schimpfst du und fügst damit noch mehr Angst hinzu?

Lesetipp: Fünf Fehler, die dich die Bindung zu deinem Hund kosten

Mein Lieblingsthema: Entspannung

Für mich ist Entspannung die wichtigste Grundlage, denn wenn der Hund unruhig ist, werde ich auch unruhig und ein entspannter Hund sorgt bei mir für Entspannung. Entspannung ist nicht nur schön, sondern sie ist auch wichtig! Sie ist die Grundlage dafür, dass dein Hund seinen Alltag bewältigen kann und neue Dinge lernt. Wenn er döst und schläft, verarbeitet er das Gelernte und die Erfahrungen des Tages und sammelt Kraft für neue Abenteuer.

Ohne Entspannung fehlt etwas…

Ein Mangel an Entspannung sorgt dafür, dass seine Impulskontrolle wesentlich abnimmt und der Mangel an Impulskontrolle macht jedes Problem im Alltag um ein Vielfaches schwerer! Was du tun solltest: Ermögliche deinem Hund Ruhe! Bis zu 20 Stunden am Tag sollte dein Hund die Möglichkeit haben sich zurückzuziehen und ohne Angst, Frust oder Konflikte zu entspannen. Sein Rückzugsort sollte mit viel Entspannung verknüpft sein, zum Beispiel mit Entspannungsmusik, Entspannungsdüften und dort sollte er öfter einen Kauartikel bekommen, denn Kauen entspannt auch.

Wenn du im Training nicht weiterkommst, dann besinne dich auf unsere Basics und schaffe so für dich und deinen Hund einen entspannten Alltag.

 

Checkliste | Basics im Hundetraining:

  1. Training ist wichtig, weil dein Hund sich an dein Leben anpassen muss.
  2. Formuliere positive und konkrete Ziele!
  3. Fehler sind ok, denn wir könne aus ihnen lernen.
  4. Schaffe eine gemeinsame Sprache, damit dein Hund weiß, was du dir von ihm wünschst.
  5. Gehe so mit deinem Hund um, dass es euch beiden damit gut geht.
  6. Lerne die Körpersprache deines Hundes zu lesen.
  7. Nimm die Bedürfnisse deines Hundes war und erfülle sie, wenn möglich! Dadurch schaffst du eine gute Bindung
  8. Entspannung ist die Grundlage für ein glückliches Leben!

 

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