Hundetraining für Anfänger*innen – Die absoluten Basics für das Training mit deinem Hund

Hektischer Alltag, 1000 Trainingstipps und im Alltag setzt du dann doch nichts um. Ich weiß, wie du dich fühlst. Dein Hund ist dir wichtig und du möchtest natürlich, dass es ihm immer gut geht. Aber wie sollst du das umsetzen bei den vielen verschiedenen Trainingsmethoden? Du kennst die Antwort aus anderen Lebensbereichen: Entschleunigung!


Viel hilft nicht viel, sondern eure gemeinsame Basis muss stimmen! Unabhängig von Trainingsmethoden gibt es essentielle Grundlagen im Hundetraining, die für jede Halter*in und jeden Hund wichtig sind. Wenn du diese Basics in den Alltag mit deinem Hund integrierst, werdet ihr ein starkes Team und einigen Problemen kannst du so schon vorbeugen oder sie sogar lösen.

Warum du Training brauchst

Training ist immer dann wichtig, wenn dein Hund sich an dich anpassen muss. Ich zum Beispiel lebe mitten in der Stadt. Hier bewegen sich viele Menschen, Autos und andere Hunde. Ich möchte mir Besuch einladen und am besten soll mein Hund noch unterm Tisch im Café gemütlich chillen. Er sollte sich an mein Leben anpassen. Ich bringe ihn in meinem Alltag in viele Situationen, die eine hohe Anforderung an ihn stellen: Er soll einige Zeit allein bleiben können, er soll freundlich zu Artgenossen und fremden Menschen sein und wenn gruselige Geräusche auftauchen, die für mich zum Stadtalltag dazu gehören, dann soll auch er sich daran gewöhnen. Diese Fähigkeiten liegen nicht jedem Hund im Blut und er muss sie erst lernen. Wer soll es ihm zeigen, wenn du es nicht tust?

Genau hier fängt das Training an. Bevor du also mit dem Training startest, frag dich:

  • In welchen Situationen in meinem Alltag kann ich meinem Hund helfen?
  • Was fällt ihm schwer?

Lesetipp: Hunde sind so individuell

Daraus entstehen eure Ziele

Die Antworten auf diese beiden Fragen kannst du eins zu eins in eure Ziele umformulieren. Deine Ziele sollten positiv und konkret formuliert sein.

So kannst du Ziele formulieren:

Was fällt deinem Hund schwer? → Wenn ich von der Wiese Richtung Straße laufe, kommt mein Hund nicht zu mir, wenn ich ihn rufe und ich kann ihn dann nicht anleinen.

Euer Ziel: Wenn ich von der Wiese Richtung Straße laufe, soll mein Hund zu mir kommen, wenn ich ihn rufe, sodass ich ihn anleinen kann.

Wenn dein Ziel klar ist, zerlegst du es in kleinere Schritte und beginnst auf der einfachsten Stufe. Belohne dich und deinen Hund für jeden Erfolg!

Genereller Grundsatz: Arbeite zusammen mit deinem Hund, nicht gegen ihn!

Das spart viel Zeit und Kraft und sorgt dafür, dass ihr ein klasse Team werdet!

Wenn dein Hund gern noch weiter spielen oder schnüffeln möchte, du ihn aber anleinen möchtest, dann lauf mit ihm an der Leine zu seinen Lieblings-Schnüffelstellen und belohne ihn, wenn er an lockerer Leine läuft. So wird er sich bald ganz entspannt von dir anleinen lassen und ihr kommt beide an euer Ziel

Grenzen setzen

Grenzen sind wichtig für euch beide, aber sie funktionieren nur, wenn du sie deinem Hund freundlich und kleinschrittig beibringst. Nein Sagen und Strafen kann deinen Hund in manchen Situationen durch den Schreck in seinem Verhalten unterbrechen. Allerdings weiß er dann immer noch nicht, was er stattdessen tun soll, sondern hat Angst vor dir und ist gehemmt. Um Grenzen wirklich zu festigen, musst du ihm ein Alternativverhalten zeigen.

Was soll dein Hund stattdessen machen?

Statt auf das Bett zu springen oder am Tisch zu betteln, wäre es für dich bestimmt angenehmer, wenn er auf seinem Platz entspannt.

Statt einen anderen Hund an der Leine anzubellen, soll er neben mir an lockerer Leine laufen.

Statt bei lauten Knallgeräuschen wegzurennen, soll er zu dir kommen.

Wenn dir also auffällt, dass du etwas nicht möchtest, überleg dir, was dein Hund stattdessen tun soll und bring es ihm kleinschrittig und freundlich bei

Hier findest du unsere Lieblingsübung, mit der du jedes Problem mit deinem Hund lösen kannst: 

Fehler sind OK!

Auch wenn du freundlich trainierst, klare Ziele hast und dein Hund und du ein tolles Team seid, werden trotzdem Fehler passieren. Fehler sind ok! Ihr seid beide keine Roboter und habt mal schlechte Tage. Angenommen dein Hund zieht häufig an der Leine. Du hast schon viel ausprobiert und manchmal klappt es, aber oft klappt es eben auch nicht. Dann beantworte folgende Fragen: Warum zieht er in bestimmten Situationen an der Leine? Warum war es zu schwer für ihn? Zieht er vielleicht am Anfang des Spaziergangs mehr als am Ende? Zieht er mehr, wenn alles spannend riecht oder wenn Hunde in Sicht sind?

Aus Fehlern lernen

Dein Hund kann nur das Verhalten zeigen, was du ihm ermöglichst. Gehst du mit ihm zum ersten Mal in die Stadt und er zieht vor lauter Gerüchen und Geräuschen wie ein Irrer, dann hast du ihn in die Situation gebracht. Anscheinend ist es noch zu schwer für ihn. Also überleg dir zwei Dinge:

  1. Wie kann ich die Situation für ihn leichter machen?
  2. Was braucht er, damit es in Zukunft besser klappt?

Achte auf dich selbst!

Auch du kannst nur das leisten, was für dich möglich ist. Wenn du bis gestern noch an der Leine geruckt und gezupft hast, um Leinenführigkeit zu üben, dann ärger dich nicht über das Training, was nicht funktioniert hat. Entscheide dich heute für effektives und nettes Training mit deinem Hund und freue dich, dass du es ab heute besser machst!

Wenn Fehler dir manchmal den ganzen Tag versauen, schau mal hier vorbei: Ulli, Anne und ich haben unsere ganz persönlichen Strategien für schlechte Tage gesammelt. Bestimmt findest du dort Inspiration, um wieder positiv durchstarten zu können:

Lesetipp: 15 Strategien, um schlechte Tage zu meistern

Schaffe eine gemeinsame Sprache!

Die Grundlage jeder Kommunikation ist eine gemeinsame Sprache. Wenn mein Gegenüber und ich nicht die gleiche Sprache sprechen, hilft es auch nicht, wenn ich lauter oder langsamer spreche oder ihn dabei eindringlich ansehe. Genau so ist es auch bei den Sprachen Hund vs. Deutsch. Sage deinem Hund, was was du von ihm willst. Es gibt kein Richtig und Falsch oder Gut und Böse. Der Hund kennt keine Grundregeln des Benehmens, wenn wir sie ihm nicht beibringen. Diese Grundregeln sind variabel und deshalb musst du deinem Hund zeigen, welche Regeln bei dir gelten.

Nutze eindeutige Signale!

Um mit unseren Hunden freundlich und klar zu kommunizieren, nutzen wir ein positives Markersignal. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein Clicker, nur dass wir unsere Stimme nutzen, da wir sie immer dabei haben. Ein kurzes, prägnantes Wort wie Yes, Jep oder Tac schafft eine Brücke zwischen dem Verhalten des Hundes und der Belohnung. So weiß der Hund genau, wofür er die Belohnung bekommt und wird dieses Verhalten in Zukunft öfter zeigen. Ich könnte jetzt noch eine Weile vom Markersignal schwärmen, da es eine solche Bereicherung für jedes Mensch-Hund-Team darstellt:

  • Es verbessert das Timing.
  • E macht die Kommunikation eindeutiger.
  • Es gibt dem Hund und auch Menschen Sicherheit.
  • Es löst positive Emotionen aus.
  • Es verbessert die Frustrationstoleranz des Hundes.

Lesetipp: Der Grund, warum du mit Markersignalen besser trainierst

Die richtige Trainingsmethode für dich

Nun stehst du vor dem Dschungel der Hundetrainingsmethoden und willst eine Auswahl treffen. Aber wie? Für mich ist wichtig, dass mein Hund und ich uns wohl fühlen. Außerdem lege ich Wert auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Lerntheorie. Die Lerntheorie verrät mir, wie das Hundegehirn funktioniert und somit auch welche Trainingsmethoden funktionieren. Zu jedem Verhalten gehört ein Auslöser und eine Konsequenz. So lernt jeder Hund. Wenn das Bellen deines Hundes durch den Anblick eines anderen Hundes ausgelöst wird und die Konsequenz ist, dass der andere Hund nach dem Bellen verschwindet, dann lernt dein Hund: Wenn ich möchte, dass der andere Hund mir nicht so nah kommt, mache ich ordentlich Krach und dann verschwindet er. Das hat sich also gelohnt.

Arbeite mit dem Hundegehirn und nicht dagegen!

Mach dir die Erkenntnisse der Lerntheorie zu Nutze. Lass dich nicht von veralteten Mythen über das Hundetraining aus der Bahn werfen, sondern prüfe die Tauglichkeit aller Methoden anhand der Lerntheorie. Wenn ich sage “alle”, dann meine ich auch ALLE – also auch alle Informationen, die du von uns bekommst!

Abgesehen von der Faktenlage, möchte ich eine Begleiterin, Freundin und Partnerin für meinem Hund sein. Dafür muss ich ihn nicht mit Wattebällchen bewerfen, sondern ich sorge dafür, dass er Spaß hat, seinen Hobbies nachgehen kann und dass er weiß, was er von mir und seiner Umwelt zu erwarten hat.

Schalte jetzt einen Gang zurück!

Such dir jetzt nicht den 1001. Trainingstipp, sondern besinne dich auf die Grundlagen, die für dich und deinen Hund wirklich wichtig sind. Finde heraus, an welchen Stellen in eurem Leben dein Hund noch Hilfe braucht, um das Verhalten zu zeigen, was du dir von ihm wünschst.

 

Das ganze Dog It Right Team und ich wünschen dir viel Spaß beim Trainieren, beim Nicht-Trainieren und dass du einen Weg mit deinem Hund gehst, der euch beide glücklich macht!

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