Du filmst – Dog It Right analysiert | Teil 1

von Vanessa Hentschel

Die Trainerinnen von Dog It Right analysieren ein Video aus dem Training oder Alltag. Heute geht es um eine typische Hundebegegnung, die du sicher kennst. Trainerin Vanessa Hentschel erklärt, was sie sieht und wie wir das im Training angehen würden.

Das Video wurde uns zur Verfügung gestellt. Wir kennen weder den Hund noch den Menschen. Es ist mutig hier ein Video mit Hund zu teilen, in dem nicht alles 1a läuft. ☝️

Schau dir hier die Analyse als Video an:

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Kurze Zusammenfassung der Analyse

Wenn wir von Dog It Right Videos analysieren, dann starten wir mit Beobachten & Beschreiben. Was sehen wir wirklich? Und nicht, was glauben wir zu sehen.

  • Ein weißer Hund an der Leine, die Leine ist gespannt.
  • Der Hund zieht weg von der Bezugsperson in Richtung andere Straßenseite. Noch sehen wir nicht, was dort ist.
  • Er wird dann mittels der Leine nach hinten gezogen.
  • Danach bewegt er sich wieder in Richtung der anderen Straßenseite, wodurch die Leine wieder gespannt wird.
  • Erste Interpretation: Da ist etwas, was seine Aufmerksamkeit erregt und zwar sehr.
  • Der Ohrenansatz ist aufgestellt und das Innere seiner Ohren zeigt in die Richtung, in die er zieht.
  • Sein Blick ist in dieselbe Richtung gewendet wie seine Ohren.
  • Wir hören hohe Lautäußerungen und Krallen auf dem Asphalt schleifen, sein Körpergewicht ist also nach vorn in Richtung Reiz verlagert.
  • Nächste Interpretation: Seine Körperausrichtung und die Lautäußerungen lassen vermuten, dass er gern zu dem Reiz hin möchte, der sich gleich als Hund herausstellt.
  • Der weiße Hund läuft zwar weiter, aber immer mit Spannung auf der Leine.
  • Den Blick wendet er nicht vom anderen Hund ab.
  • Die Ohren bleiben weiter auf den anderen Hund ausgerichtet.
  • Es folgt ein Zurückziehen an der Leine, der weiße Hund wendet den Blick nicht vom anderen Hund ab.
  • Der weiße Hund läuft einige Schritte weiter bei gespannter Leine.
  • Dann bleibt er stehen, ist frontal ausgerichtet zu dem anderen Hund.
  • Die Rute bewegt sich nicht mehr, Leine weiter gespannt.
  • Der Blickkontakt wird ganz kurz unterbrochen.
  • Knurren (?) zu hören
  • Der andere Hund schaut zu unserem weißen Hund, richtet sich immer mit aus, wedelt mit Rute über der Rückenlinie.
  • Der weiße Hund wird weiter gezogen, fängt daraufhin wieder mit den hohen Lautäußerungen an. 
  • Der weiße Hund schaut sich mehrmals nach dem anderen Hund um, läuft an gespannter Leine weiter.

💡 Was würden wir zuerst konkret im Kompakttraining angehen?

  • Gut sitzendes Brustgeschirr, weil Verletzungsgefahr und unangenehm.
  • Mehr Distanz, wenn klar oder zu erwarten ist, dass da ein anderer Hund sitzt. Mehr Distanz, wenn es für den Hund zu schwer ist.
  • Hund beibringen, stehen zu bleiben, wenn er einen Reiz (wie anderen Hund) wahrnimmt, statt sich in die Leine zu hängen oder vorbei oder hinzukommen.
  • Dem Hund die Bedeutung des Signals “Hey” beibringen oder besser an Ablenkungen trainieren. Oder Umorientierungssignal aufbauen.
  • Hund beibringen, sich freiwillig abzuwenden, wenn er einen anderen Hund sieht.
  • Der Hund im Video zeigt schon richtig viel cooles Verhalten. Das sollte und kann mit dem Markersignal eingefangen und belohnt werden: Ruhiges Anschauen des anderen Hundes, Stehen bleiben, Ohr abwenden, Blick abwenden, mit der Person mitgehen.

Mehr zu uns und unserem Kompakttraining findest du hier!

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Über die Autor*in

Vanessa Hentschel

Vanessa unterstützt seit 2021 als Trainerin im Kompakttraining in Potsdam und online Menschen mit ihren Hunden. Zusätzlich absolviert sie die Ausbildung zur Hundeverhaltensberater*in bei der ATN Akademie Deutschland.
Zu ihr gehören die Tierschutzhunde Mara und Simon, durch die sie vor ganz verschiedene Herausforderungen gestellt wurde. Während sie mit Mara als Angsthündin vor allem Probleme in Begegnungen mit fremden Menschen und Hunden meistern musste, hat sie durch Simon erfahren, wie wichtig Bedürfnisse von Mensch und Hund sind, um ein entspanntes und harmonisches Miteinander zu erleben.

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Markertraining vereint den wertschätzenden Umgang mit Hunden und ein durchdachtes Hundetraining. Du erfährst, wie die Arbeit mit Markersignalen funktioniert und wie man sie im Alltag mit Hunden anwendet. Schwerpunkt des Trainings ist es, das tolle Verhalten des Hundes zu fördern und unerwünschtes Verhalten nachhaltig zu verändern – alles ohne Schreckreize und Druck.

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