Du filmst – Dog It Right analysiert | Teil 2

von Vanessa Hentschel

Die Trainerinnen von Dog It Right analysieren ein Video aus dem Training oder Alltag. Heute geht es um einen Hund, der fiept, sobald es aus dem Auto raus gehen soll. Trainerin Vanessa Hentschel erklärt, was sie sieht und wie wir das im Training angehen würden.

Das Video wurde uns zur Verfügung gestellt. Wir kennen weder den Hund noch den Menschen. ☝️

Schau dir hier die Analyse als Video an:

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Kurze Zusammenfassung der Analyse

Wenn wir von Dog It Right Videos analysieren, dann startet das mit Beobachten & Beschreiben. Was sehen wir wirklich? Und nicht, was glauben wir zu sehen.

  • Der Hund sitzt im Auto.
  • Er sitzt zwischen den beiden Vordersitzen auf einer Decke.
  • Im hinteren Bereich ist ein großes Körbchen, in dem der Hund während des Videos nicht liegt.
  • Der Hund hat das Maul leicht geöffnet, die Zunge ist dabei im Maul.
  • Wir sehen den Hund hin und wieder schmatzen.
  • Der Hund blickt abwechselnd zur Person im hinteren Bereich des Autos und aus dem Fenster, das Weiße im Auge des Hundes ist ab und zu zu sehen.
  • Die Ohren “hängen” seitlich, sind nicht angelegt aber auch nicht aufgestellt, vermutlich auch nicht neutral.

Erste Interpretation: Das leichte Hecheln mit der Zunge im Maul, das Schmatzen und das Umherschauen im Auto können Anzeichen für Stress sein. Das Schmatzen kann zusätzlich auf Übelkeit hindeuten. Dass die Ohren nicht neutral gehalten werden, sondern zwischen angelegt und aufgestellt wechseln, kann ein Hinweis auf einen inneren Konflikt sein.

  • Im Laufe des Videos kommen hohe Lautäußerungen hinzu.
  • Als die Handbremse betätigt wird, werden die Lautäußerungen lauter und eher zu einem hohen Bellen.
  • Der Hund macht noch Bellpausen.
  • Der Hund hört mit den Lautäußerungen auf, als der Mensch das Auto verlässt.
  • Beim Öffnen der Autotür bleibt der Hund ruhig und im Auto sitzen.

Zweite Interpretation: Es gab eine vorangegangene Lernerfahrung in der Sequenz zwischen dem Parkes des Autos (oder der Vorbereitung durch Einlegen des Rückwärtsganges) und dem Verlassen des Autos, die für den Hund unangenehm war und dafür sorgt, dass er es schnell verlassen möchte.

Dritte Interpretation: Der Hund verbindet Autofahrten allgemein mit großer Aufregung, weil er es entweder mit unangenehmen Besuchen (Tierärzt*in, o. ä.) oder freudigen Anlässen (Besuch, o. ä.) verbindet. Diese Aufregung äußert sich dann vor allem kurz vor dem Aussteigen. 

💡 Was würden wir zuerst konkret im Kompakttraining angehen?

  • Entspannung im stehenden Auto „üben“ mit konditionierten Entspannungssignalen
  • Gesundheitliche Probleme wie Übelkeit ausschließen.
  • Bellpausen des Hundes mit dem Markersignal einfangen und zum Aussteigen nutzen.
  • Überprüfen (via Videoaufnahme), ob der Hund wirklich den Rest der Fahrt entspannt ist.

Mehr zu uns und unserem Kompakttraining findest du hier!

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Über die Autor*in

Vanessa Hentschel

Vanessa unterstützt seit 2021 als Trainerin im Kompakttraining in Potsdam und online Menschen mit ihren Hunden. Zusätzlich absolviert sie die Ausbildung zur Hundeverhaltensberater*in bei der ATN Akademie Deutschland.
Zu ihr gehören die Tierschutzhunde Mara und Simon, durch die sie vor ganz verschiedene Herausforderungen gestellt wurde. Während sie mit Mara als Angsthündin vor allem Probleme in Begegnungen mit fremden Menschen und Hunden meistern musste, hat sie durch Simon erfahren, wie wichtig Bedürfnisse von Mensch und Hund sind, um ein entspanntes und harmonisches Miteinander zu erleben.

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