Wie viel eine Hundeschule kostet und woran du gutes Training erkennst

von Ulrike Seumel

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Wenn du einen Staubsauger kaufst, dann schaust du dir an, was er kann und vergleichst ihn mit anderen – wahrscheinlich vor allem beim Preis. Du fragst dich: Was bekomme ich für mein Geld? Ist der Staubsauger eine gute Investition für die nächsten zehn Jahre?

Genauso solltest du auch vorgehen, wenn du eine Hundeschule suchst. „60 Minuten kosten 100 Euro“ reicht für dich nicht als Info. Du musst wissen, was du für dein Geld bekommst und was für dich und deinen Hund das Richtige ist. So kannst du entscheiden, was dir die Hundeschule wert ist.

In diesem Blogbeitrag geben wir dir einen tiefen Einblick in die Arbeit von Hundeschulen, wie du die richtige findest und was hinter den Preisen fürs Training steckt.

Diese 3 Arten von Hundetraining gibt es

Einzeltraining

Du und dein Hund werdet 1-zu-1 von einer Person betreut. Im Einzeltraining kannst du alle eure Themen mit deinem*r Trainer*in angehen, denn du wirst individuell und persönlich beraten. Du, dein Hund und eure Ziele & Probleme stehen im Mittelpunkt. Ihr stimmt die Termine fürs Training individuell ab. Du entscheidest auch, wie oft du trainieren willst. In unserem 1-zu-1 Training (Kompakttraining) ist eine feste Anzahl von Einzeltrainings dabei – da wir Menschen und ihre Hunde begleiten und sicher gehen wollen, dass ihr eure Ziele erreicht.

Gruppentraining

Mit vier bis 15 anderen Menschen und ihren Hunden trainiert ihr bestimmte Übungen. Dabei lernst du Basics für den Alltag bis hin zum speziellen Hundesport. Durch die größere Gruppe bekommst du hier (oft) Standard-Anleitungen und kannst diese dann in der Gruppe üben. Eine Rundum-Betreuung ist da nicht drin! Für individuelles Feedback bleibt kaum Zeit.

Kurse online oder vor Ort

In einer Gruppe von anderen Menschen und ihren Hunden lernst du online oder vor Ort, an einem bestimmten Thema dran zu bleiben – zum Beispiel, wie du einen sicheren Rückruf aufbaust. Jede Woche gehst du mit der Gruppe einen Schritt im Training weiter. Onlinekurse gibt es dann auch noch als Selbstlern-Variante. Da bestimmst du selbst, wann, wo und wie viel du trainierst – mit einer unglaublich guten Anleitung. (Zumindest im besten Fall.)

Was steckt wirklich drin in den Kosten für die Hundeschule?

Wenn du liest, dass ein*e Trainer*in 75 Euro für eine Stunde persönliches Training verlangt, klingt das krass. Als mein Schwiegervater 2014 hörte, dass ich 50 Euro pro Stunde bekomme, bekam er große Augen. Er rechnete durch: „Fünf Trainings am Tag, sind fünf Stunden arbeiten und 250 Euro in der Tasche. Nice!“ Okay, das nice dachte er sich vielleicht nicht.

Aber was viel wichtiger ist: Diese Rechnung funktioniert so nicht. Du zahlst die 75 Euro nicht nur für die 60 Minuten persönliches Training. Dahinter steckt viel mehr.

Hier kommt eine (unvollständige) Liste, welche Kosten in unserer Hundeschule zum Beispiel mit deinem Beitrag gedeckt werden müssen.

Hinter der einen Stunde Training, die du bekommst, stecken:

  • Kosten und Zeit für Weiterbildungen
  • Kosten und Zeit für An- und Abfahrt
  • Vorbereitung des Trainings
  • Nachbereitung des Trainings (Wir erstellen für jede Trainingseinheit eine Zusammenfassung für dich. Wir stellen Videos vom Training für dich bereit und dokumentieren deine Trainingsfortschritte, damit wir den Überblick behalten. Dadurch kannst du alles im Alltag mit deinem Hund einfacher umsetzen.)
  • Kosten und Zeit für Termine mit Trainerkolleg*innen oder anderen Expert*innen, um schwierige Fälle zu besprechen.
  • Fragen beantworten per Telefon oder E-Mail (Wir lösen das mit Telefon-Terminen, die unser Kund*innen bei Fragen und Problemen buchen können. Damit können wir ihnen besser helfen als mit fünf E-Mails, die wir uns hin- und herschicken und dann vielleicht doch aneinander vorbeireden.)

Und das war es noch nicht … Bei Dog It Right werden die Trainer*innen fest angestellt, damit sie vom Hundetraining leben können und auch Krankenkasse, Renten- und Pflegeversicherung abgedeckt sind. Freiberufliche Trainer*innen müssen sich das nämlich selbst zurücklegen.

Bei uns gibt es außerdem noch eine angestellte Person, die sich um den Kund*innen-Support und organisatorische Aufgaben kümmert. So können sich die Trainer*innen wirklich auf das Training konzentrieren.

Das war immer mein Traum: Richtig gut ausgebildete Trainer*innen bei Dog It Right zu haben, die sich um die Kund*innen und ihre Hunde kümmern und nicht noch “nebenbei” die Buchhaltung machen, die Webseite betreuen, Marketing-Strategien ausarbeiten und jede E-Mail beantworten, die reinkommt. Und zusätzlich können sich die Trainer*innen bei uns auch gegenseitig unterstützen, was ein riesiger Vorteil für unsere Kund*innen und ihre Hunde ist.

Damit das Training reibungslos funktioniert, bezahlen wir außerdem …

  • eine datenschutzsichere Cloud, auf der deine Zusammenfassungen und Videos zu finden sind.
  • einen Zoom-Account, damit du eine Aufzeichnung deines Online-Trainings bekommst.
  • den Login-Bereich, auf dem du alle deine Infos immer findest.
  • Telefon, Laptop und Buchungskalender, damit du deine Telefontermine buchen kannst.
  • Das Schreiben und Versenden des Newsletters inkl. Newsletter-Programm, damit du kostenlose Infos von uns bekommen kannst.
  • Die Arbeit für kostenfreie Inhalte. So haben auch Menschen etwas davon, die sich gar kein Training leisten können. (Damit unterstützt du solidarisch andere.)
  • Trainingsequipment wie Leinen (zum Ausprobieren), Spielzeug, Leckerlis, Geräte für Hundesport oder Beschäftigung, o. ä.
  • Miete und Kosten für Büro
  • Miete und Kosten für den Hundeplatz (Den gibt es bei uns nicht, weil unser Training immer im Alltag stattfindet.

Lesetipp: Warum dir nur das Training im Alltag dauerhaften Erfolg mit deinem Hund bringt

Und da wir nicht in Dubai sind: Steuern

  • Umsatzsteuer von 19 % in Deutschland – geht direkt ans Finanzamt
  • Lohnsteuer für Mitarbeiter*innen
  • Gewerbesteuer
  • Steuer auf den Gewinn, wenn es den gibt.

Wenn du dir jetzt deine Hundeschule suchst, weißt du, wie sich Preise zusammensetzen können und was wirklich dahinter steckt.

Frag nach, was du für den Preis bekommst und unterstütze Hundeschulen, die Trainer*innen fest anstellen oder selbstständige Trainer*innen fair bezahlen – denn Mini-Jobs, Scheinselbstständigkeit und Schwarzarbeit sorgen nicht nur für Altersarmut.

5 Möglichkeiten für den schnellen Überblick, wenn du eine Hundeschule suchst

1. Suchmaschinen fragen

Mit Suchmaschinen wie Google oder Ecosia findest du sofort alle Hundeschulen in deinem Umkreis. Bei Google Maps kannst du dir auch Hundeschulen in deiner Nähe anzeigen lassen. Check dann die Homepage und achte darauf, ob dich die Hundeschule anspricht. Für einen ersten Eindruck ist das perfekt.

2. Bewertungen online lesen

Auf Google, Facebook und anderen Portalen findest du Bewertungen zu den Hundeschulen. Viele Hundeschulen teilen auch Kund*innenstimmen auf ihrer Homepage. Klar, das sind immer Erfolgsstorys, aber du bekommst ein Gefühl dafür, ob die Hundeschule für dich passend ist. Findest du dich in einer Kund*innenstimme wieder, dann ist das besser als ein Tinder-Match.

3. Aufs Kleingedruckte achten

Wenn du jetzt ein paar Favoriten hast, dann schau genau hin:

  • Wo hat der*die Trainer*in seine*ihre Ausbildung gemacht?
  • Was findest du dieser Ausbildung online?
  • Bildet sich der*die Trainer*in stetig weiter?
  • Ist das die Art, wie du mit deinem Hund zusammen leben und trainieren möchtest?
  • Ist die Hundeschule ein Unternehmen, was du unterstützen möchtest?
  • Findest du auf der Homepage Infos, wie teuer die Hundeschule ist oder wo du dazu anfragen kannst?

4. Andere Hundemenschen fragen

Frag andere Menschen mit Hund, in welche Hundeschule sie gehen. Lass dir erzählen, wie das Training abläuft und wie die Trainer*innen mit Hund und Mensch umgehen. Genau zuhören solltest du, wenn deine Freund*innen berichten, wie die Trainer*innen reagieren, wenn Mensch oder Hund einen Fehler machen. Daran erkennst du sofort, ob die Hundeschule fair und gewaltfrei trainiert – oder ob das nur auf ihrer Webseite steht.

Du kannst auch nachfragen, was die anderen bezahlt haben und ob es das ihnen wert war. Bei Kommentaren wie “Das ist viel zu teuer!” oder “Das ist es nicht wert.” kannst du nachfragen, warum das für sie so ist oder war. So findest du schnell mehr über eine Hundeschule, die Kosten und das Angebot heraus.

5. Social Media checken

Check die Hundeschule auf Instagram, Facebook und TikTok ab. Dort kannst du oft einen Blick hinter die Kulissen bekommen und die Hundeschule besser kennenlernen. Außerdem kannst du in den Kommentaren oder DMs deine Fragen loswerden und musst nicht gleich anrufen. Oder telefonierst du beim ersten Kennenlernen? Also ich nicht. (Uns kannst du auch via WhatsApp oder Telegram anschreiben. So kannst du auch direkt via Nachricht nach den Kosten für die Hundeschule fragen.)

Online-Training oder vor Ort trainieren? Die Vorteile auf einen Blick

Wir bei Dog It Right sind seit 2016 im Online-Training dabei. Damals haben viele gesagt, dass das niemals funktioniert – Hundeschule muss vor Ort stattfinden. Das ist Bullshit!

Online ist alles möglich und seit der Pandemie haben das noch mehr Hundeschulen und Hundemenschen erfolgreich genutzt. Du solltest dich nur fragen: Ist das etwas für mich und meinen Hund?

Online musst du nicht fahren.

Wer möchte im Feierabendverkehr unterwegs sein? Da du online nicht fahren musst, sparst du dir damit Zeit, Geld und Nerven. Laptop oder Smartphone an und das Training geht los.

Online kann das Training bei jedem Wetter stattfinden.

Sturm, Starkregen und andere Folgen der Klimakrise schränken dein Training nicht ein. Wir Hundemenschen sagen zwar, dass es für jedes Wetter die passende Kleidung gibt – aber die wenigsten Hunde und Hundemenschen haben Bock 60 Minuten im Dauerregen zu trainieren. Deinem Hund und dir soll das Training Spaß machen. Und deine Hundeschule kann so besser und zuverlässiger planen.

Online lernt jeder Hund ohne Stress.

Dein Hund hat Angst vor Menschen oder traut sich noch nicht aus dem Haus? Dein Welpe hat noch Angst vor dem Autofahren? Ein sprechender Laptop wird okay für ihn sein und das Training wird für euch viel entspannter. Wenn ihr schon gestresst ankommt, wird das investierte Geld sich kaum lohnen!

Online seid ihr fokussierter und aufmerksamer.

Du und auch dein Hund. In der Hundeschule vor Ort werdet ihr oft abgelenkt und du bist 100 % im Multi-Tasking-Modus. Du hältst die Leine, übst mit deinem Hund, weichst einem anderen Hund aus, hörst zu und überlegst gleichzeitig, wie du das Zuhause mit deinem Hund umsetzt. Wie war das noch gleich? Besonders neurodiversen Menschen mit z. B.  ADHS oder im Autismus Spektrum hilft Online-Training. (Und das wissen wir durch unsere Kund*innen.)

Online bekommst du dein Training danach als Video.

Online-Training wird 100 % aufgezeichnet. Zumindest bei uns bekommst du jede Trainingsstunde als Video. Du kannst dir alles immer wieder ansehen, auch Jahre später. In so einer Stunde Training passiert richtig viel! Und das kannst du oft gar nicht alles merken – durch die Videos bleibt dir alles erhalten und zugänglich. Das ist wertvoll und spart dir langfristig Geld, weil du das Training wirklich umsetzen kannst. Ohne die Videos müsstest du vielleicht noch mehr Stunden buchen.

Vor Ort wird dein Hund trainiert.

Du möchtest, dass der*die Trainer*in deinen Hund trainiert. Das geht nur vor Ort. Doch Vorsicht! Das wird euch im Alltag nicht helfen. Du weißt dann nicht, wie es geht und wie du mit deinem Hund in schwierigen Situationen umgehen kannst. Wir bei Dog It Right trainieren nicht deinen Hund, sondern zeigen dir, wie du Probleme mit deinem Hund erkennen, verstehen und individuell lösen kannst – und das ohne ständig mit deinem Hund schimpfen zu müssen.

Vor Ort lernst du andere Hundemenschen kennen.

Besonders im Gruppentraining vor Ort lernst du andere Hundemenschen kennen. Und du siehst, ob es auch zwischen euren Hunden passen könnte. Wenn Hundetraining für dich ein Freizeit-Event ist, dann ist Hundesport und Gruppentraining vor Ort die bessere Wahl. Klartext: Wenn du mit anderen Hundemenschen quatschen willst, dann geh in eine große Gruppe vor Ort! (Bitte achte nur darauf, ob sich da auch dein Hund wohl fühlt.)

Vor Ort musst du nicht auf den Bildschirm starren.

Beim Online-Training starrst du auf den Bildschirm. Wenn du für Hundetraining aus dem Haus möchtest, dann ist Online-Training nichts für dich.

Ist das Online-Training immer günstiger als vor Ort?

Dass die Kosten für Hundeschule online immer geringer als vor Ort sind, ist ein Irrglaube. Wie hoch die Kosten sind richtet sich nicht nach online oder vor Ort.

Sondern danach:

  • Wie intensiv werden dein Hund und du betreut?
  • Erhältst du 1-zu-1-Training, Gruppentraining oder ist das ein Onlinekurs zum Selbstlernen?
  • Was ist alles im Preis und der Betreuung enthalten siehe “Was steckt wirklich in den Kosten für die Hundeschule”?

Onlinekurse sind bei uns günstiger als 1-zu-1-Training – da wir Kurse vorab produzieren können und darin kein Einzeltraining enthalten ist. Die Updates der Onlinekurse sind in den Kosten schon drin und du kannst sie 10 Jahre nutzen. Beim Einzeltraining hingegen ist alles individuell und persönlich, da du und dein Hund 1-zu-1 betreut werden. Die Trainer*innen konzentrieren sich voll auf dich und deinen Hund. Und das geht online genauso gut wie vor Ort.

Geheimtipp: So kommst du an kostenloses Training

Wenn du bis hierher gelesen hast, ist dir klar, dass eine gute Hundeschule nicht billig ist. Und da wir in einer ungerechten Welt leben, kann sich nicht jeder Mensch das leisten.

Du kannst aber kostenlosen Support bekommen:

  • auf Instagram, wenn die Hundeschule deines Vertrauens ein Live-Video macht.
  • in den Kommentarspalten bei Social Media kannst du deine Fragen stellen.
  • durch Podcasts zum Hundetraining.
  • durch kostenlose Webinare oder auch Probetrainings, die Hundeschulen anbieten.

Wir bei Dog It Right bieten ein kostenloses Webinar zum sicheren Rückruf an. Darin bekommst du kostenlos einen groben Trainingsplan. Und wenn du es dir leisten kannst und mehr willst, dann kannst du danach auch unser Onlineprogramm dazu kaufen. Auf Instagram, in unserem Podcast, auf unserem Blog und in unserem Newsletter gibt es viele kostenlose Tipps und Trainingsanleitungen. Diese Zeit investieren wir um die passenden Menschen für unser Training zu finden und um Menschen, die sich das Training nicht leisten können, zu unterstützen. Wenn du unser Training buchst, leistest du auch einen Soli-Beitrag für Menschen, die weniger haben.

Muss ich überhaupt zur Hundeschule und was darf sie kosten? 8 typische Denkfehler

Ich bin seit über zehn Jahren im Hundeschul-Business unterwegs. Als ich anfing waren 40 Euro für 60 Minuten Einzeltraining für viele utopisch – viel zu teuer. Nur kein*e Trainer*in konnte davon leben. Entweder hatten sie einen gut bezahlten Job und haben nebenbei Training gemacht – oder der Ehemann hatte einen gut bezahlten Job. (Kein Scherz!)

Meine Erfahrung ist: Es gibt acht typische Denkfehler, von denen du mindestens schon einen gemacht hast.

1. Denkfehler: „Ich bekomm ja kaum was für mein Geld!“

Du rechnest 90 Euro für 60 Minuten Training einfach runter. “So viel verdient die also pro Minute?” Im Abschnitt “Was steckt wirklich drin in den Kosten für die Hundeschule?” habe ich dir aufgelistet, was in den 90 Minuten drin ist. Das ist nicht vergleichbar, wenn du angestellt pro Stunde Geld verdienst. Und Überraschung: Du bekommst ja auch brutto viel mehr, als dir netto ausgezahlt wird.

2. Denkfehler: “Einzeltraining ist so teuer. Da gehe ich lieber ins günstige Gruppentraining.”

„90 Euro für 60 Minuten ist zu viel. Da zahle ich lieber 10 Euro für 60 Minuten im Gruppentraining.“ Doch diese Rechnung geht leider nie auf. In 60 Minuten Einzeltraining bekommst du für 90 Euro persönliches und individuelles Training. Der*die Trainer*in hat sich auf dich und deinen Hund vorbereitet und danach gibt es für dich noch eine Zusammenfassung.

Im Gruppentraining für 10 Euro stehst du mit 14 anderen Menschen und ihren Hunden auf einem Platz. In 60 Minuten gibt es fünf Minuten Begrüßung und dann noch fünf Minuten Verabschiedung.

Der*die Trainer*in erklärt immer alles für die Gruppe – wenn alle nur fünf Minuten persönlich von dem*der Trainer*in unterstützt werden, reichen 60 Minuten gar nicht aus. Im Gruppentraining bekommst du für 10 Euro zwei Minuten mit dem*der Trainer*in persönlich.

Rechnen wir das jetzt mal hoch: 10 Euro für zwei Minuten. Das wären 300 Euro für 60 Minuten mit dem*der Trainer*in persönlich.

Außerdem sind solche Gruppentrainings für viele Hunde anstrengend; und auch du kommst vielleicht nicht mit. Der*die Trainer*in kann nicht auf alle individuellen Probleme eingehen – dein Hund und du, ihr müsst funktionieren, ansonsten bleibt ihr auf der Strecke. Wir bei Dog It Right bieten deshalb keine Gruppentrainings an, da wir sie für nicht nachhaltig halten.

3. Denkfehler: „Wenn ich jede Woche zur Hundeschule muss, kann ich dafür kein Vermögen ausgeben“

Sollst du auch gar nicht, aber dir sollte bewusst sein: Vielleicht wird es langfristig ein Vermögen kosten, wenn du dir die falsche Hundeschule aussuchst. Oder du nicht motiviert genug mit deinem Hund mitmachst.

Hundetraining ist nur so gut, wie das, was du zwischen den Terminen mit deinem Hund machst. Deshalb such dir eine Hundeschule, die dich und deinen Hund gut betreut, zu euch passt und die dir auch Anleitungen für das Training zwischen den Stunden mitgibt. Das spart dir auf lange Sicht richtig Geld.

4. Denkfehler: „Hundeschule? Brauch ich nicht, mein Hund lernt das auch so!“

Das habe ich bei meinem Hund Paco selbst gedacht. Ich habe zu lange gewartet und gedacht, das wird schon mit ihm. Er hatte dann aber so große Angst, dass er nicht mehr die Wohnung verlassen wollte. Am Ende habe ich 100.000 Euro investiert in eine Hundetrainer*in-Ausbildung, viele Seminare, Bücher und zwei Coaching-Ausbildungen.

Okay, das ist nicht nötig, um ein tolles Leben mit deinem Hund zu führen – aber wenn du zu lange wartest, werden die Probleme deines Hundes größer und du wirst mehr Geld, Energie und Zeit in die Hundeschule investieren müssen.

5. Denkfehler: “Ich recherchiere lieber noch mehr Hundeschulen.”

Ja, bitte recherchiere. Aber dann melde dich auch bei einer an und leg mit deinem Hund los.

Viele Hundeschulen haben tolle Online-Angebote. Vielleicht ist dein*e Lieblingstrainer*in 500 Kilometer von dir entfernt, dann probiere das Online-Angebot aus. Es muss menschlich zwischen euch stimmen. Die Trainingsmethoden sollten zu dir und deinem Hund passen. Und du solltest dich auf das Training freuen!

Ich habe mir dieses Jahr einen verdammt teuren Staubsauger gekauft, der mega ist. Aber vorher habe ich mir noch einen günstigeren geholt, weil ich das Geld für den teuren nicht ausgeben wollte. Ich war so enttäuscht und genervt von dem günstigen Modell, das ich drei Monate später doch das teure Teil gekauft habe. Jetzt bin ich happy, aber es war viel teurer für mich. Please don’t judge me.

6. Denkfehler: „Das klappt schon eine ganze Woche nicht! Das muss der falsche Ansatz sein. Ich geh woanders hin.“

Oh, das allseits beliebte Hundeschul-Hopping. Eine Woche hier, die andere da. Und es klappt einfach nicht mit deinem Hund.

Ich habe es schon erwähnt: Hundetraining ist nur so gut, wie das, was du zwischen den Terminen mit deinem Hund machst. Du musst das Training in eurem Alltag umsetzen. Das braucht Zeit, die musst du dir und deinem Hund geben.

Wenn du dich in deiner Hundeschule unwohl fühlst oder dir die Trainingsmethode nicht passt, dann wechsle die Hundeschule. Unbedingt.

Nur nach einer Woche lebensverändernde Ergebnisse zu erwarten, ist oft zu viel verlangt. Das wirkt nur im Fernsehen so, und glaub mir: Zwischen den Drehterminen liegen viele Woche und viele Trainingsstunden. Such dir deshalb eine Hundeschule, die dich auf euren Alltag vorbereitet und dir nach einer Stunde eine Zusammenfassung sendet. So kannst du alles im Alltag mit deinem Hund umsetzen!

7. Denkfehler: “Ich war schon in einer Welpenspielgruppe, das genügt.”

Was lernt ein Welpe in der Welpenspielgruppe: Spielen mit anderen Hunden in seinem Alter und oft, dass andere Hunde übergriffig sind. Er wird vielleicht selbst übergriffig und lernt, dass die Bezugsperson am Rand steht, kaum auf ihn achtet und quatscht. Wir sind keine Fans davon.

Lesetipp: Über Sinn und Unsinn von Welpenspielgruppen

Eine Welpenspielgruppe ersetzt nicht, dass du mit deinem Hund wichtige Signale für den Alltag aufbaust und ihn an euer Leben gewöhnst. Deshalb starte mit deinem Welpen das Training in einer Hundeschule, aber besuche bitte nicht nur eine Welpenspielgruppe.

8. Denkfehler: „Wenn ich das Thema Hundeschule durchgespielt habe, ist mein Hund perfekt.“

Wir Menschen denken, dass wir den Hund einmal einrichten und dann läuft das. Liegt sicher auch daran, dass Grundgehorsam (leider) lange ein großes Thema im Hundetraining war.

Der Hund ist aber ein fühlendes Lebewesen, was sein Leben lang lernt. Was krank werden kann. Was gestresst sein kann. Und was eine Genetik mitbringt, die vielleicht nicht optimal in dein Leben passt.

Es kann also sein, dass dein Hund nicht perfekt ist und das muss er auch nicht sein. Ihr könnt ein großartiges Leben führen, auch ohne perfekt zu sein. Genau dabei kann dich eine gute Hundeschule unterstützen und dich bestärken.

Fazit

Im Hundetraining gibt es viel mehr Frauen als Männer. Das ist wahrscheinlich ein Grund, warum sich viele Trainer*innen unter Wert verkaufen und es große Preisunterschiede in Hundeschulen gibt (Stichwort: Gender Pay Gap). Wenn du möchtest, dass Menschen fair bezahlt werden, dann musst du diese Dienstleistung auch fair bezahlen.

Und ja, Kapitalismus ist unfair und sorgt für Ungerechtigkeit. Viele Menschen werden zu schlecht bezahlt und können sich dadurch kein Training leisten. Wir bei Dog It Right stecken deshalb die Gewinne zurück ins Unternehmen und stellen Angestellte fest ein.

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Über die Autor*in

Ulrike Seumel

Ulrike Seumel ist Trainerin für Menschen mit Hund, Coach, Autorin und Gründerin von Dog It Right.

Mit Dog It Right begleitet sie Menschen und ihre Hund auf dem Weg zu einem glücklichen und unbeschwerten Leben.

Ihr Team und sie trainieren Hundehalter*innen, damit diese wissen, wie sie mit ihrem Hund umgehen. Die Menschen sollen Probleme erkennen, verstehen und lösen können. Dabei trainieren sie immer mit den Bedürfnissen und Stärken von Mensch und Hund.

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