4 Gründe – warum jeder Hundehaushalt ein Kindergitter braucht

Ok, Kindergitter sind nicht sehr dekorativ, aber in einem Hundehaushalt sind sie Pflicht, auch wenn du gar keine Kinder hast.

 

Welche Kindergitter passend sind

Wenn ich über Kindergitter schreibe, meine ich ein Gitter, das eine Tür oder den Durchgang zu einem Zimmer oder einer Treppe versperrt. Neben dem normalen Kindergitter gibt es verschiedene Varianten, die du einsetzen kannst.

  • Kindergitter

    • meist um die 70cm hoch und in verschiedenen Breiten erhältlich.
  • Hundeschutzgitter

    • höher als ein normales Kindergitter (um die 105 cm) und mit eingebauter Katzenklappe möglich. Ich empfehle immer dieses, da der Hund nicht so leicht drüber springen kann.
  • Kaminschutzgitter

    • kann sehr variabel eingesetzt werden und ist sehr stabil, auch wenn du gar keinen Kamin hast.
  • Welpenzaun

    • kann auch sehr variabel eingesetzt werden, da du ihn nicht unbedingt wie einen Laufstall nutzen musst.

Wir nutzen zuhause das Hundeschutzgitter, weil uns normale Kindergitter zu niedrig waren.

Wenn du wissen möchtest, ob du ein Kindergitter brauchen kannst und was es dir bringt, dann lies weiter.

 

1. Grund: Manage schwierige Situationen und das ganz entspannt.

Beim Einzug eines neuen Hundes, egal ob jung oder alt, lohnt sich ein Kindergitter.

Du musst nicht die ganze Zeit aufpassen oder an den Situationen 24h trainieren, z.B., wenn kleine fiese Welpenzähne an dein Sofa wollen und du nicht in der Nähe bist. Denn du kannst nicht alles gleichzeitig trainieren oder darauf aufpassen.

Du kannst das Kindergitter nutzen, um deinen Hund gleich vorweg am unerwünschten Verhalten zu hindern, weil er gar nicht erst in diese Situation kommt. Das sorgt zuhause für Entspannung und für eine einfache Trennung zwischen Training und Management. Denn Training ist nur dann möglich, wenn du dich auf deinen Hund und das Training konzentrieren und fokussieren kannst.

Lesetipp: Warum Management so wichtig für deinen Trainingserfolg ist

Warum ein Kindergitter nützlich ist

Außerdem ist es wichtig, dass dein Hund keinen Erfolg mit dem Verhalten hat, das du nicht möchtest und wenn die Welpenzähne schon wieder die Schuhe bearbeiten, hatte dein Welpe schon Erfolg. Es ist viel klüger, den Hund daran zu hindern – zum Beispiel mit einem Kindergitter. Du sparst dir dein Schimpfen und schonst deine Nerven und die deines Hundes.

Wir hatten ein Kindergitter an unserer Treppe montiert, damit kein Hund zur Haustür runter laufen kann, wenn es klingelt. So konnten wir uns sicher sein, dass kein Hund einfach den Postboten begrüßt oder verbellt. Das Kindergitter existiert mittlerweile nicht mehr, weil wir in der Zwischenzeit trainiert haben und die Hunde, wenn es klingelt und wir zur Wohnungstür gehen, oben bleiben. Das Kindergitter wird jetzt nur noch aus dem Keller geholt, wenn wir Besuch bekommen, der Angst vor Hunden hat oder einfach keinen Kontakt möchte.

Es war eher Zufall, dass wir das Kindergitter an der Treppe abgeschafft haben oder besser gesagt Faulheit – wir haben es abgenommen, weil wir die Wand farbig gestrichen haben und danach einfach nie wieder angebracht, da die Hunde zuverlässig im oberen Stockwerk blieben. 🙂

 

2. Grund: Setze deinem Hund Grenzen!

Grenzen zu setzen ist ein normale Sache und natürlich immer wieder nötig. Die Frage ist aber, WIE du Grenzen setzt. Grenzen zu setzen bedeutet nicht, dass dein Hund Angst haben muss und gehemmt wird, weil er weiß, dass ihm dann etwas Unangenehmes passiert.

Wenn ein Zimmer tabu für deinen Hund sein soll, dann schließe immer die Tür oder nutze ein Kindergitter. Der Vorteil eines Kindergitters ist, dass dein Hund trotzdem dabei ist und nicht ausgeschlossen wird. Und du hast die Möglichkeit, dass dein Hund gleichzeitig etwas lernen kann, z.B. ruhig zusehen, wenn du mit deinem Kind spielst oder wenn dein Kind Besuch hat.

Dank dem Kindergitter wird es einfacher für den Hund, da du mit Hilfe einer optischen und luftigen Barriere Grenzen setzt und das nicht nur im ganz praktischen Sinn. Du kannst deinen Hund damit ganz einfach davon abhalten, ins Kinderzimmer oder in die Küche zu gelangen. Außerdem musst du mit dem Kindergitter nicht die ganze Zeit aufpassen, dass dein Hund doch die Grenze übertritt. Denn zuhause sollst du dich entspannen können und nicht nur beobachten müssen, ob dein Hund wieder etwas anstellt. Und besonders in der Küche und auch im Kinderzimmer gibt es für deinen Hund immer etwas zu holen. Denn ein immer blitzblankes Kinderzimmer, in dem nie etwas auf dem Boden liegt, gibt es sicherlich nicht.

Wo nutzen wir das Kindergitter?

Wir haben ein Kindergitter in der Terrassentür. Erstens, damit die Nachbarskatze nicht in unsere Wohnung kommt, wenn wir lüften und zweitens, damit die Hunde nicht einfach allein auf die Terrasse kommen, wenn die Tür offen ist. Mittlerweile wohnt die Nachbarskatze nicht mehr neben uns, aber das Kindergitter bleibt. Da wir keinen Zaun zu den Nachbarn auf der Terrasse haben und auch keinen Zaun aufstellen können, sind die Hunde nur mit uns gemeinsam auf der Terrasse. Und sollten wir mal auf der Terrasse ein Nickerchen machen, bleiben die Hunde hinter dem Kindergitter im Schlafzimmer – denn im schlafenden Zustand können wir auf sie nicht mehr aufpassen. Dank Kindergitter sind sie aber trotzdem dabei und müssen nicht allein bleiben.

Und wir können ganz entspannt mit Freunden und der Familie auf der Terrasse grillen – ohne dass Ascii und Paco versuchen, die Gäste um Streicheleinheiten oder doch mal um etwas vom Tisch zu bitten. Ach ja, die Grenzen setzen wir da mehr unseren Gästen, denn oft können sie Streicheleinheiten und Essen nicht zurückhalten.

 

3. Grund: Du schaffst einen Rückzugsort für deinen Hund!

Besonders im Haushalt mit Kindern oder generell viel Trubel ist es wichtig, dass der Hund einen Rückzugsort hat. Und Kindern fällt es oft auch schwer, dem Hund nicht einfach überall hinterherzulaufen. Ein Kindergitter „schützt“ nicht nur dein Kind vor dem Hund, sondern auch umgedreht. Dein Hund wird schnell lernen, dass er hinter dem Kindergitter seine Ruhe hat. Oft lernen die Hunde sogar dem Menschen direkt zu zeigen, wenn sie hinter das Gitter möchten. Und trotzdem schließt du deinen Hund nicht aus und er kann dabei sein, weil die Zimmertür nicht verschlossen werden muss.

Der Hund hat einen ganzen Raum zur Verfügung – gegenüber einer Box hat das den Vorteil, dass es im Sommer nicht zu warm wird und der Hund im Raum den Platz noch freier wählen kann. Und für Hunde, die sich in Boxen gar nicht wohlfühlen (oder Halter*innen, die keine Boxen mögen), bieten Kindergitter eine sehr gute Alternative. Außerdem sollte eine Box in Ruhe und ohne jeden Zwang mit dem Hund trainiert werden – was bei manchen Hunden mehr als nur ein paar Tage Training kostet. Ein Kindergitter kann sofort eingesetzt werden und wird von den meisten Hunden sehr schnell akzeptiert. Dennoch solltest du deinen Hund unbedingt belohnen, wenn er ruhig bleibt, wenn du das Kindergitter schließt. Und es bedeutet auch nicht, dass dein Hund sofort mehrere Stunden allein hinter dem Kindergitter bleiben kann. Deshalb schließe zu Beginn das Kindergitter nur kurz, belohne deinen Hund und sorge dafür, dass es ihm hinter dem Kindergitter gut geht, zum Beispiel mit einem Kong oder Kauartikel. Denn hey, auch ein hohes Gitter extra für Hunde hält einen Hund nicht davon ab, einfach drüberzuspringen.

 

4. Grund: Nutze es als Trainingshilfe!

Ein Kindergitter kann dein Training als Managementmaßnahme unterstützen und auch dabei, Gewohnheiten zu etablieren.

Beim Training am Alleinbleiben kannst du mit einem Kindergitter einen guten Zwischenschritt schaffen. Dein Hund kann lernen, dass er sich beschäftigen, ausruhen und schlafen kann, auch wenn du weiter weg bist und er dir nicht hinterherlaufen kann. Natürlich gehört dazu ein guter Trainingsplan, aber ein Kindergitter ist eine sehr gute Möglichkeit, um einen Zwischenschritt im Training zu schaffen, der es dem Hund leichter macht, die Trennung auszuhalten.

Auch beim Besucher*innentraining unterstützt dich das Kindergitter – du musst deinen Hund nicht zwangsläufig anleinen, wenn Besuch da ist und du kannst entspannter mit deinem Hund trainieren, dass er sich hinlegen, hinsetzen und selbst beschäftigen kann, wenn Besuch da ist. Natürlich gehört dazu auch mehr als nur ein Kindergitter, aber es sorgt auf jeden Fall für eine entspannte Trainingsatmosphäre.

 

Fazit

Kindergitter sind im Hundehaushalt Gold wert und sorgen bei dir und deinem Hund für mehr Entspannung, weil sich schwierige Situationen leichter lösen lassen. Außerdem hast du mit einem Kindergitter die Chance, Situationen zu managen, bis dein Training greift. Ein Kindergitter ersetzt natürlich kein Training und du solltest dich nicht blind darauf verlassen, aber ich könnte mir einen Haushalt ohne Kindergitter nicht mehr vorstellen.

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