Hund adoptieren: Was du vorher wissen solltest

Es ist abends, du sitzt mit einer Tasse Tee auf der Couch, Netflix läuft nebenbei, und eigentlich wolltest du nur kurz gucken. Aber dann hängst du wieder auf den Vermittlungsseiten der Tierschutzvereine fest und wischt dich durch ein Foto nach dem anderen. Rüde, Hündin, groß, klein, Spanien, Rumänien. Und plötzlich bleibst du hängen. Große Augen, guckt direkt in die Kamera, mitten in dich rein. Du liest den Namen, das Alter, und in deinem Kopf ist die Sache eigentlich schon klar: Das ist er.

Ich versteh das gut. Genau so fängt es fast immer an. Nur sagt dir ausgerechnet dieser Blick auf dem Foto am wenigsten darüber, ob dieser Hund zu deinem Leben passt.

Als ich Paco 2009 aus einem spanischen Tierheim adoptiert habe, hab ich genau das gemacht. Ich hab mich in ein Foto verliebt. Und ich hab mich für ihn entschieden, weil ich dachte: Den adoptiert sonst kein Mensch, der hat da unten keine Chance. Das stimmte vermutlich sogar. Aber ich wollte diesen einen Hund retten, und diese Idee war ehrlich gesagt bescheuert. Denn ob Paco und mein Leben zusammenpassen, hab ich mich damals nicht ein einziges Mal gefragt.

Spoiler: Ging ziemlich in die Hose. So sehr, dass ich am Ende Hundetrainerin geworden bin. 😅

Bevor du dich in ein Foto verliebst, zeig ich dir hier, was du vorher wirklich checken solltest. Damit du nicht Monate später merkst, dass ihr einfach nicht zusammenpasst, oder dich mit einer unseriösen Orga rumärgerst, die dir einen kranken Hund andreht. Wie eine Hundeadoption abläuft, woran du eine seriöse Tierschutzorganisation erkennst, worauf du beim einzelnen Hund achten solltest und welche Fehler du dir sparen kannst.

Woher soll dein neuer Hund kommen?

Bevor du dich für einen bestimmten Hund entscheidest, kommt eine Frage davor: Woher soll dein Hund überhaupt kommen? Aus dem Tierschutz oder aus einer Zucht?

Ich sag dir gleich, wo ich stehe: Für mich käme immer ein Hund aus dem Tierschutz infrage. Ich brauche keinen Assistenzhund, auf den ich angewiesen bin. Ich brauche auch keinen Hund, der wegen einer Hundeallergie ein besonderes Fell haben muss. Es gibt keinen Grund, aus dem ich auf eine Zucht angewiesen wäre. Und es gibt so viele Hunde im Tierschutz, die ein Zuhause und Support brauchen, dass die Sache für mich klar ist.

Wenn du dich für den Tierschutz entscheidest, gibt es grob zwei Wege:

  • Das Tierheim bei dir in der Nähe: Da kannst du hin, den Hund mehrmals besuchen und mit ihm rausgehen, bevor er bei dir einzieht.
  • Eine Tierschutzorganisation, die Hunde aus dem Ausland vermittelt: Viele davon sind Straßenhunde oder leben in einem Shelter. Manche sind noch vor Ort, viele leben aber schon auf einer Pflegestelle in Deutschland, wo du sie kennenlernen kannst. Wenn du einen Straßenhund adoptierst, frag besonders genau nach, wie er auf enge Räume, Treppen oder das Leben in einer Wohnung reagiert, weil er das oft noch gar nicht kennt.

Beide Wege sind gut. Guck dir die Orga oder das Tierheim einfach in Ruhe an, bevor du dich festlegst. Du entscheidest ja mit, wen du mit deiner Adoption unterstützt und die allermeisten freuen sich, wenn du genau hinschaust und Fragen stellst. Wie du erkennst, ob eine Orga seriös arbeitet, zeig ich dir gleich.

Und noch was: Egal wo du guckst, egal wie süß das Foto ist, frag immer nach, woher der Hund wirklich kommt. Vor allem bei Kleinanzeigen. Warum wird er gerade vermittelt? Wer gibt ihn ab? Wenn dir eine Person einen Welpen sofort mitgeben will, ohne eine einzige Frage zu stellen, dann lass es. Solche Welpen kommen oft von Vermehrer*innen, die nur das schnelle Geld wollen und der Hund ist dann oft krank oder hat nie gelernt, mit Menschen und Alltag klarzukommen. Wenn du helfen willst, hol dir einen Hund aus dem Tierschutz.

Welcher Hund überhaupt zu dir passt, ob Welpe oder erwachsen, ruhig oder aktiv, groß oder klein, hab ich dir in einem eigenen Artikel aufgeschrieben: Welcher Hund passt zu mir?

Wie läuft eine Hundeadoption eigentlich ab?

Wenn du zum ersten Mal einen Hund adoptierst, weißt du oft gar nicht, was da genau auf dich zukommt. Deshalb gehen wir das mal Schritt für Schritt durch:

  • Du suchst dir eine Orga oder ein Tierheim. Am besten eine, bei der du ein gutes Gefühl hast. Wie du das prüfst, kommt gleich.
  • Du bewirbst dich auf einen Hund. Ja, richtig gelesen. Bei den meisten Orgas füllst du erst mal einen Fragebogen aus: Wie wohnst du? Wie viel Zeit hast du? Hattest du schon mal einen Hund? Wenn eine Orga genau nachfragt, ist das gut. Dann guckt sie nämlich, ob ihr wirklich zusammenpasst.
  • Es gibt eine Vorkontrolle. Die Orga schaut sich an, wo der Hund leben soll. Das läuft heute oft per Video, manchmal kommt auch wer von der Orga bei dir vorbei.
  • Ihr lernt euch kennen. Im Tierheim oder auf der Pflegestelle triffst du den Hund direkt. Wenn er noch im Ausland ist, läuft das über Videos und über Gespräche mit den Menschen, die ihn gerade betreuen.
  • Du unterschreibst einen Schutzvertrag und zahlst eine Schutzgebühr. Die Gebühr liegt meistens zwischen 300 und 500 Euro und deckt zum Beispiel Kastration, Impfungen, Chip und die Reise. Im Schutzvertrag steht unter anderem, dass der Hund zurück zur Orga kommt, falls es bei euch doch nicht klappt.
  • Dein Hund zieht ein. Entweder holst du ihn selbst ab, oder er kommt mit einer Transportfahrt zu dir.

Und keine Sorge, wenn dir das gerade nach ganz schön viel aussieht. Jeder dieser Schritte hilft dir dabei, den Hund zu finden, der wirklich zu dir und deinem Leben passt.

Woran erkennst du eine seriöse Tierschutzorganisation?

Bei einer Adoption vertraust du der Orga sehr viel an. Deshalb lohnt es sich, dir vorher anzuschauen, wie sie arbeitet. Hier sind die Sachen, an denen du eine seriöse Tierschutzorganisation erkennst.

Sie stellt dir viele Fragen. Sie will wissen, wie du lebst, wie viel Zeit du hast und ob der Hund zu dir passt. Das ist genau das, was du willst. Eine Orga, die sich für dein Leben interessiert, interessiert sich auch für das Wohl ihrer Hunde.

Sie macht eine Vorkontrolle. Sie schaut sich an, wo der Hund leben soll, oft per Video oder direkt bei dir. Das zeigt dir, dass ihr wirklich wichtig ist, wo ihre Hunde landen.

Sie nimmt den Hund zurück, wenn es nicht klappt. Das steht bei einer guten Orga im Schutzvertrag. Sie lässt dich und den Hund nicht allein, falls ihr trotz guter Vorbereitung nicht zusammenpasst. Ganz wichtig dabei: Das heißt nicht, dass du den Hund einfach mal ausprobierst und zurückgibst, wenn er dir zu anstrengend wird. Du überlegst dir vorher gründlich, ob ihr zueinander passt, und klärst so viel wie möglich ab, bevor er bei dir einzieht. Dass die Orga ihn zurücknimmt, ist nur für den Fall gedacht, dass es trotz aller Mühe einfach nicht funktioniert.

Sie ist ehrlich, was den Hund angeht. Eine gute Orga erzählt dir auch die schwierigen Sachen. Dass der Hund Angst vor Männern hat, dass er nicht gern allein bleibt, dass er an der Leine bellt und zieht, wenn er andere Hunde sieht. Frag am besten selbst genau nach, wie der Hund in den Situationen reagiert, die bei dir zum Alltag gehören. Wohnst du an einer Straße mit vielen Fahrrädern und Skateboards? Triffst du auf euren Runden ständig andere Hunde? Dann frag, wie der Hund damit umgeht. So merkst du schnell, wie gut die Orga ihren Hund wirklich kennt.

Sie lässt dir Zeit. Eine seriöse Orga drängt dich nicht zu einer schnellen Zusage. Sie freut sich, wenn du dir die Sache gut überlegst, und beantwortet dir deine Fragen in Ruhe.

Podcast-Tipp Folge 29: Adoption von Tierschutzhunden

Worauf du beim einzelnen Hund achten solltest

Zurück zu dem Hund, in den du dich auf dem Foto verguckt hast. So süß er aussieht: Das Foto sagt dir fast nichts darüber, ob ihr zusammenpasst. Guck dir deshalb genau an, was unter dem Bild steht, und frag nach.

Lies den Beschreibungstext genau und frag nach: Wenn da steht „wäre gern Einzelhund“ oder „sucht ein ruhiges Zuhause“, dann hak nach. Wie reagiert er, wenn ihm draußen ein fremder Hund entgegenkommt? Wenn da „verträgt sich nicht mit Katzen“ steht: Geht es darum, dass er nicht mit einer Katze zusammen in der Wohnung leben kann, oder dreht er draußen durch, sobald er eine sieht? Frag ruhig genau nach, wie sie das herausgefunden haben. Je mehr du fragst, desto besser verstehst du, was der Hund mitbringt.

Frag nach, was der Hund schon erlebt hat: Hat er auf der Straße gelebt oder bei einer Familie? Kennt er ein Zuhause von innen? War er mit anderen Tieren zusammen? Wichtig dabei: Auch die ehrlichste Beschreibung ist nur eine Momentaufnahme. Wenn dein Hund bei dir einzieht, steht er oft so unter Stress, dass er sich ganz anders zeigt als vorher. Manche Hunde brauchen ein paar Wochen, manche ein paar Monate, bis sie wirklich ankommen und du merkst, wer dein Hund eigentlich ist.

Warum das so ist und was deinem Hund dabei hilft, erkläre ich dir hier: Tierschutzhund Training: Ab wann und womit du wirklich anfängst.

Denk übers Alter nach: Ich persönlich würde immer einen erwachsenen Hund adoptieren. Keinen Welpen, keinen Junghund mitten in der Entwicklung. Bei einem erwachsenen Hund siehst du viel eher, worauf er sensibel reagiert, womit er gut klarkommt, was er für ein Nervenkostüm und was für eine Persönlichkeit hat. Einem Hund kannst du mit Training richtig viel beibringen und ihn gut supporten. Aber seine Persönlichkeit änderst du damit nicht. Bei einem erwachsenen Hund weißt du einfach mehr, worauf du dich einlässt. Frag dabei auch nach seiner Gesundheit. Gesundheitliche Sachen kann jeder Hund mitbringen, egal woher er kommt.

Sei ehrlich zu dir selbst: Das ist der wichtigste Punkt. Ein Hund bleibt die nächsten zehn, vielleicht fünfzehn Jahre an deiner Seite. Also guck dir ehrlich an, wie du diese Jahre leben willst. Planst du, Kinder zu bekommen? Willst du vielleicht noch mal ins Ausland? Steht ein großer Jobwechsel an? Was hast du für Wünsche, Ideen, für eine Vision von deinem Leben? Ein Hund kommt da überall mit rein. Deshalb frag dich nicht nur, welchen Hund du retten willst, sondern welcher Hund zu dem Leben passt, das du die nächsten Jahre führen möchtest.

Podcast-Tipp: Tierschutzhund: Erwartung & Realität

Die häufigsten Fehler bei einer Adoption

Als ich Paco damals adoptiert habe, hatte ich ihn abends im Kopf und wollte ihn am liebsten sofort bei mir haben. Ich hab mir überhaupt nicht überlegt, ob mein Leben in der Stadt zu ihm passt. Ob ich weiß, was er braucht. Ob ich bereit bin, mich da wirklich reinzuhängen. Ich hab einfach gedacht: Ich hol ihn zu mir, gebe ihm ein gutes Zuhause und der Rest ergibt sich. Der Rest hat sich nicht ergeben. Und die meisten Sachen, an denen ich damals gescheitert bin, sehe ich heute bei ganz vielen Menschen wieder. Deshalb hier die vier, die am häufigsten vorkommen.

Du willst, dass der Hund sofort einzieht

Du hast dich entschieden und ab da kann es dir nicht schnell genug gehen. Du guckst jeden Tag auf die Vermittlungsseite, schreibst die Orga an, fragst, wann er endlich kommen kann. Ich versteh die Vorfreude total. Aber genau hier lohnt es sich, langsam zu machen. Ein guter Verein nimmt sich Zeit, guckt, ob ihr zusammenpasst und stellt dir Fragen. Nimm dir diese Zeit auch selbst. Denn wenn du zu schnell zusagst, holst du dir vielleicht einen Hund, mit dem du im Alltag nicht klarkommst. Und dann sitzt ihr beide da: du überfordert und dein Hund gestresst in einem Zuhause, in dem er einfach nicht klar kommt. Lieber suchst du ein paar Wochen länger und holst dir den Hund, der wirklich in dein Leben passt.

Du denkst, mit ganz viel Liebe wird das schon

Diesen Satz höre ich oft: „Ich geb ihm so viel Liebe, dann wird das schon.“ Ich versteh total, wo das herkommt. Nur bringt Liebe deinem Hund eben nicht bei, wie er runterkommt, wenn ihm draußen alles zu viel wird. Sie zeigt ihm nicht, dass er an fremden Menschen vorbeigehen kann, ohne sie anzubellen. Dafür braucht ihr gutes Hundetraining: Du lernst, wie dein Hund tickt, wie er lernt, wie du ihm in schwierigen Momenten hilfst. Und oft macht es das Ganze leichter, wenn du dir dafür Unterstützung holst, die zu dir und deinem Hund passt.

Du glaubst, nach zwei Wochen ist alles eingespielt

Gerade wenn das dein erster Hund ist, unterschätzt du leicht, was da auf euch beide zukommt. Nicht nur dein Hund muss sich einfinden. Du auch. Auf einmal wohnt ein anderes Lebewesen bei dir, dein Tagesablauf ist ein komplett anderer und ganz nebenbei versuchst du zu verstehen, was dieser Hund dir eigentlich sagen will. Das ist richtig viel, für euch beide. Und dein Hund kommt obendrauf in eine Welt, die er überhaupt nicht kennt. Er braucht Wochen, oft Monate, bis er sich sicher fühlt und zeigt, wer er wirklich ist. Hör auf zu erwarten, dass er sich einfach an alles anpasst, was du dir vorstellst. Sei stattdessen neugierig und freu dich an den kleinen Sachen. An dem ersten Mal, wenn er entspannt neben dir einschläft. An dem ersten Schwanzwedeln. Das klingt vielleicht cringe, aber genau diese Momente sind es, die euch zusammenwachsen lassen.

Du denkst, das regelt sich von allein

Das war mein größter Fehler mit Paco. Ich hab mir gar nicht überlegt, ob ich mir Hilfe hole. Ich dachte einfach, das regelt sich schon von selbst, der gewöhnt sich dran, das passt dann alles.

Und wenn ich damals überhaupt an Hundeschule gedacht hab, hatte ich sofort dieses Bild im Kopf: ein trister Hundeplatz, alle laufen im Kreis, und vorne erklärt wer, wie ich meinen Hund „unterordne“. Dominanz hier, durchsetzen da. 🤡 Was ist das für ein Bullshit, dachte ich, da will ich nicht hin. Dass Hundetraining auch komplett anders geht, wusste ich damals nicht. Dass es darum gehen kann, deinen Hund zu verstehen und ihm zu zeigen, dass er sich auf dich verlassen kann. Ohne Druck und ohne Unterordnen. Genau so trainiere ich heute. Und am liebsten hätte ich schon losgelegt, bevor Paco überhaupt bei mir eingezogen ist.

Denn es hat sich eben nicht von allein geregelt. Pacos Angst vor Geräuschen ist mit den Monaten immer schlimmer geworden, bis er kaum noch vor die Tür wollte. Ich hab damals jeden Tag mit einem schlechten Gewissen dagesessen und mich gefragt, was ich diesem Hund eigentlich angetan hab, indem ich ihn zu mir geholt hab. Das wünsche ich dir nicht.

Und das Coole: Du kannst schon anfangen, bevor dein Hund bei dir einzieht.

Starte zum Beispiel mit meinem Video-Training Doggo Reading. Da lernst du, die Körpersprache von Hunden zu lesen. So verstehst du deinen Hund vom ersten Tag an viel besser und erkennst früh, was ihm gut tut und was ihn stresst.

Dein Hund zieht ein – und jetzt?

Sagen wir, du hast alles richtig gemacht. Du hast dir Zeit gelassen, eine gute Orga gefunden, den passenden Hund ausgesucht. Und jetzt steht der Tag vor der Tür, an dem dein Hund einzieht.

Genau da fängt der spannendste Teil an. Denn die ersten Tage und Wochen entscheiden mit, wie gut dein Hund bei dir ankommt. Und die laufen fast nie so ab, wie du es dir vorstellst.

Damit du da gut vorbereitet reingehst, hab ich dir zwei Artikel geschrieben, die genau hier weitermachen:

Der wichtigste Gedanke, bevor du einen Hund adoptierst

Einen Hund aus dem Tierschutz zu adoptieren ist eine wunderschöne Sache. Du gibst einem Hund ein Zuhause, der vorher keins hatte. Und trotzdem solltest du das nicht an einem Abend auf der Couch entscheiden, nur weil dich ein Foto umgehauen hat.

Ich hab genau das gemacht. 2009 war ich selbst vierzehn Tage in einem Tierheim in Spanien, hab dort mitgeholfen, und am Ende hab ich Paco von da aus mit nach Deutschland genommen. Ich hab ihn ins Herz geschlossen und wollte ihn retten. Aber ich hab mir nie überlegt, ob mein Leben zu ihm passt und ob ich weiß, was so ein Hund von mir braucht. Genau das hätte ich damals gern gewusst.

Ulli von Dog It Right adoptiert Straßenhund Paco aus einem Tierheim in Spanien
1 Straßenhund Paco im Tierheim in Spanien vor der Adoption 2 Ulli von Dog It Right im Tierheim in Spanien, 2009 3 Paco nach der Adoption in seinem neuen Zuhause in Deutschland

Deshalb wünsche ich dir, dass du es anders machst: Guck genau hin, wen du dir ins Leben holst. Frag nach. Nimm dir Zeit. Und mach dich schon vorher damit vertraut, wie dein Hund tickt und wie du ihm zeigst, dass er sich auf dich verlassen kann.

Und wenn du schon vor dem Einzug wissen willst, wie dein Hund lernt und wie du ihm ohne Druck zeigst, was du dir wünschst, dann schau dir mein Buch Markertraining für Hunde an. Da steckt alles drin, was ich seit 2011 mit Tausenden von Menschen und ihren Hunden mache.

 

Häufige Fragen zur Adoption eines Hundes

Wie adoptiert man einen Hund?

Du suchst dir eine Tierschutzorganisation oder ein Tierheim, bei dem du ein gutes Gefühl hast, und bewirbst dich auf einen Hund. Meistens füllst du einen Fragebogen aus, dann schaut die Orga sich an, wo der Hund leben soll und ihr lernt euch kennen. Danach unterschreibst du einen Schutzvertrag, zahlst eine Schutzgebühr und dein Hund zieht bei dir ein.

Was muss ich vor der Adoption eines Hundes beachten?

Am wichtigsten ist, dass der Hund zu deinem Leben passt und nicht nur zu einem süßen Foto. Frag genau nach, was der Hund schon erlebt hat und wie er in Alltagssituationen reagiert. Guck dir außerdem an, ob die Orga seriös arbeitet und überleg dir ehrlich, wie du die nächsten Jahre leben willst.

Was kostet es, einen Hund zu adoptieren?

Die Schutzgebühr liegt bei den meisten Organisationen zwischen 300 und 500 Euro. Damit sind oft Kastration, Impfungen, Chip und die Reise abgedeckt. Dazu kommt, was dein Hund im Alltag braucht: Futter, Tierärzt*in, Ausstattung. Plan das von Anfang an mit ein.

Wie lange dauert eine Hundeadoption?

Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal geht es in zwei bis drei Wochen, manchmal dauert es mehrere Monate, bis der passende Hund da ist und alle Schritte durch sind. Eine seriöse Orga lässt sich lieber etwas mehr Zeit, damit Hund und Mensch wirklich zusammenpassen.

Worauf sollte ich bei einem Straßenhund achten?

Ein Straßenhund kennt das Leben in einer Wohnung oft gar nicht. Treppen, Aufzüge, enge Flure oder viele Menschen können ihn am Anfang überfordern. Frag die Orga genau, wie der Hund auf solche Situationen reagiert und gib ihm nach dem Einzug viel Zeit, damit er sich an sein neues Leben gewöhnt.

Ulrike Seumel

Ulrike Seumel ist ausgebildete Hundetrainerin, Coach, Autorin des Buches „Markertraining für Hunde“ und Gründerin von Dog It Right®. Seit 2011 arbeitet sie hauptberuflich im Hundetraining, seit 2013 online.

Sie begleitet Menschen, deren Hunde wie auf einem anderen Planeten sind, sobald irgendwo ein anderer Hund auftaucht.

Dog It Right steht nicht für Dominanz, Gehorsamsdenken oder „sich durchsetzen“, sondern für ein Training, das ohne Machtspielchen auskommt und im echten Leben funktioniert, nicht auf dem Hundeplatz.

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