Warum du mit deinem Hund nie dein Trainingsziel erreichst

Es gibt einige Gründe, warum du deine Ziele im Training nicht erreichst. Manche Dinge kannst du nicht ändern – auf andere hast du Einfluss und kannst die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Ich zeige dir heute nicht, was du an deinem Hund verändern musst oder was dieser lernen sollte. Sondern bringe Sachen auf den Tisch, die dich und auch mich betreffen. Auch ich bin eine Hundehalterin, die mit ihren Hunden trainiert. Und ich weiß, wie leicht es ist, die Schuld bei anderen zu suchen oder sich Ausreden einfallen zu lassen. Aber die anderen Hundehalter*innen mit ihren Tutnixen wird es immer geben. 😉 Deshalb rege dich nicht über sie auf, sondern verbessere dein Training an einer anderen Stelle – nämlich bei dir.

Du wirst hier heute auch nichts über bestimmte Trainingswerkzeuge oder Trainingstechniken lesen.

 

Du lässt dich ablenken – durch deinen Alltag.

Eigentlich willst du gern mit deinem Hund trainieren, dass er an lockerer Leine läuft, dann am Rückruf arbeiten, vier neue Tricks einüben und dann das entspannte Alleinbleiben endlich in Angriff nehmen. Und irgendwie schaffst du davon nichts, weil dein Alltag dich im Griff hat.

Jede von uns hat einen vollen Alltag und ein Leben neben dem Hund. Selbst eine Hundetrainerin hat einen Job neben ihren eigenen Hunden, denn sie trainiert ja mit anderen Menschen und deren Hunden und nicht nur mit den eigenen. Mach dir klar, dass du, wenn du etwas wirklich willst, dich dazu verpflichten solltest, dranzubleiben. Erstelle dir eine Prioritätenliste, was dein Hund lernen und welches Ziel du im Training mit ihm erreichen willst. Du bestimmst selbst darüber, was Priorität eins hat und dann planst du in deine Gassigänge oder in die Beschäftigungszeit mit deinem Hund ein, dass du dieser Sache täglich ein paar Minuten widmest.

Wenn dir das schwerfällt, dann trage in deinen Kalender täglich einen 5-Minuten-Trainingstermin ein. Siebenmal pro Woche fünf Minuten sind 35 Minuten pro Woche – daraus werden 1050 Minuten pro Monat. Stell dir jetzt mal vor, was du nach einem Jahr mit deinem Hund geschafft hast. Versuche, für dich eine Technik zu finden, die dir hilft, täglich daran zu denken. Der Termin im Kalender funktioniert nicht für jede – andere nutzen To Do-Listen, aber vielleicht hilft dir eine Erinnerung am Kühlschrank oder an der Wohnungstür, die du immer siehst, wenn du das Haus gerade mit deinem Hund verlässt.

Du lässt dich ablenken – durch neue Ziele.

Oh ja, neue Dinge sind aufregend und spannend. Und sie gemeinsam mit seinem Hund zu erleben, macht doppelt Spaß. Leider werden auch die wichtigen Signale oder Trainingsziele nach einer Weile langweilig, zumindest geht der Reiz des Neuen verloren.

Wenn du gerade denkst – “Moment, das kommt mir bekannt vor.”, dann hast du einen großen Schritt gemacht. Wenn du das nächste Mal eine neue Sache ausprobieren willst, dann überlege dir, ob du dafür eine wichtigere Sache links liegen lässt und ob es das für dich wert ist. Diese Entscheidung solltest du bewusst treffen.

Ansonsten kannst du dich selbst belohnen, wenn du weiterhin an einer für dich langweiligen Sache trainierst. Nach den täglichen 5 Minuten Training an einer wichtigen Sache, darfst du etwas Neues mit deinem Hund üben und ausprobieren.

 

Du lässt dich ablenken – durch deine Unsicherheit.

Du bist dir noch gar nicht klar darüber, was deine Ziele sind und was dein Hund lernen soll. Und du weißt nicht, worauf euer Training hinauslaufen soll und deshalb fehlt dir das große Ganze. Umso schwerer wird es für dich, die Teilschritte im Blick zu behalten und dich zu motivieren.

Deshalb mach dir klar, was für einen Alltag du dir mit deinem Hund wünschst und welche wichtigen Signale oder Verhaltensweisen er lernen soll und dann erst kannst du überlegen, wie du daran arbeitest.

 

Du lässt dich ablenken – durch andere Meinungen.

Was Hundeerziehung angeht, hat jede immer einen Ratschlag parat. Mich beschleicht das Gefühl, dass es in der Kindererziehung nicht anders ist. Oft meinen es die Menschen gut und breiten dann doch ungefragt ihre Weisheiten aus. Und das Thema “Was macht einen normalen Hund aus und wie sollte er sich denn bitteschön verhalten?” fliegt einem auch überall um die Ohren.

Wenn dich das schnell verunsichert und du deshalb mehr Zeit investierst, um darüber nachzudenken oder deinen Trainingsplan oder dein ganzes Trainingsziel schnell über den Haufen wirfst, wird dir das nicht nur den Spaß am Zusammenleben mit deinem Hund nehmen. Ignoriere Ratschläge nicht einfach, denn sie können für dich hilfreich sein, aber stoppe dein Gedankenkarussell, wenn du merkst, dass du an deinen Zielen und deinem Können zweifelst.

 

Du lässt dich ablenken – durch deine Ungeduld.

Es geht dir nicht schnell genug und schwupps probierst du mal eine neue Technik. Bei Facebook hast du ja gelesen, dass bei XY dies und das gut funktioniert hat. Nach einer Woche tut sich noch nicht viel und du suchst nach dem nächsten und probierst nochmal rum. Was bei Kochrezepten eine gute Idee sein kann, wird dir im Training mit deinem Hund schnell auf die Füße fallen. (Und hey, es kann schon sein, dass das Rezept von vor drei Jahren dir jetzt doch schmeckt.)

Trainingsumstellungen, die für deinen Hund ganz neu sind, sind für Hunde nicht immer leicht. Und auch du musst erst mal reinkommen und die neuen Dinge anwenden können. Deshalb gib deinem Hund und auch dir die Zeit, neue Fähigkeiten zu entwickeln und zu lernen.

Setze dir Teilziele, damit du wahrnimmst, dass du im Training mit deinem Hund vorankommst und belohne dich dafür, dass du immer weitermachst. Die sagenhafte Frustrationstoleranz, die so viele ganz fleißig bei ihren Hunden verbessern wollen, kannst du auch bei dir verbessern. Ich habe es auch geschafft, zumindest ein ganz klein wenig.

Frage dich bei deinen Trainingszielen immer, ob es deine Ziele sind und was genau du erreichen willst.

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