So finden du & dein Hund Hundefreunde

von Ulrike Seumel

Tausend Tipps auf der Hundewiese, von Nachbar*innen und der Familie. Und trotzdem fühlst du dich allein mit deinen Problemen? Ich habe viele Gleichgesinnte um mich herum und merke, welchen positiven Einfluss das auf mein Training, meinen Alltag und meine Zufriedenheit hat. Ich muss nicht rechtfertigen, warum ich meinen Hund belohne für tolles Verhalten und habe viel mehr Zeit die schönen Dinge im Leben mit meinem Hund zu genießen. So findest auch du Hund-Mensch-Teams, die ähnlich ticken wie du und dein Hund.

Allein sein macht krank

Du und dein Hund gegen den Rest der Welt! Klingt romantisch? Ist es nicht! Gegen andere zu arbeiten, kostet dich viel Kraft. Allein zu trainieren und allein mit schwierigen Situationen umzugehen, fühlt sich doppelt schwer an. Studien zeigen, dass Einsamkeit zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Stress, Angststörung und weniger Selbstvertrauen führen kann. Sie kann sogar Auswirkungen auf deine körperliche Gesundheit haben. Natürlich ist Einsamkeit nicht dasselbe wie Allein sein. Aber wenn du dich allein mit euren Problemen fühlst, wird es höchste Zeit, dass du dir Hundefreund*innen suchst!

Auch dein Hund braucht Hundefreunde

Die meisten Hunde sind an anderen Hunden interessiert. Sie wollen kurz schnuppern, gemeinsam die Umwelt erkunden oder spielen. Wenn dein Hund Schwierigkeiten in Begegnungen hat, ist das aber gar nicht so leicht. Die meisten Hunde bei uns im Dog It Right Kompakttraining können zu Beginn nicht entspannt an anderen Hunden vorbeigehen. Sie brauchen viel Zeit und Raum, um eine Begegnung entspannt zu meistern. Aber im Alltag bekommen sie diese Zeit und den Raum oft nicht. Sie müssen erst kleinschrittig mit der Unterstützung ihrer Menschen lernen, entspannt an Hunden vorbeizugehen.

Lesetipp: Warum dein Hund noch bei Hundebegegnungen an der Leine ausflippt

Und trotzdem sollten Hunde nicht völlig isoliert werden, nur weil sie es genau jetzt noch nicht perfekt können. Dein Hund braucht positive Erlebnisse mit anderen Hunden, in denen er lernt, dass Hundebegegnungen entspannt ablaufen und sogar Spaß machen können. Dafür braucht er Zeit, Raum und deine Unterstützung. Um potenzielle Hundefreunde deines Hundes nicht gleich zu verschrecken, erfährst du im Dog It Right Podcast, welche Fehler du beim Kennenlernen vermeiden solltest.

Podcasttipp: 3 Dinge durch die Hundebegegnungen schief gehen

Meistere Herausforderungen gemeinsam mit Hundefreund*innen

Stell dir vor, du hast Menschen um dich herum, die auch freundlich mit ihrem Hund trainieren wollen, die Strafe ablehnen und Lust auf die vielen Möglichkeiten der positiven Verstärkung haben. Menschen, die ähnliche Herausforderungen wie du haben und schon Trainingserfahrung sammeln konnten.  Menschen, die dir offen zuhören und sich gern über Trainingsideen mit dir austauschen. Eine tolle Vorstellung, oder?

So können dir Hundefreund*innen helfen

Für mich macht dieser Rückhalt einen riesigen Unterschied. An einem schwierigen Tag weiß ich, dass ich nicht allein bin. Ich teile es mit lieben Menschen. Und ich schmiede Pläne mit Hundefreund*innen, um gemeinsam zu trainieren. So fühle ich mich nie hilflos oder in einer Sackgasse. Das wünsche ich mir für alle Hundehalter*innen.

Für deinen Hund sind Hundefreunde wichtig

Du kannst deinem Hund viel bieten: Körperkontakt, Spiel, Nahrungsaufnahme, Familienschluss und vieles mehr. Aber wenn er gern mit Artgenossen spielt oder die Umwelt erkundet, kannst du ihm keinen perfekten Ersatz dafür bieten. Er sollte ab und zu diese Möglichkeit bekommen. Wie oft – darauf können wir dir keine pauschale Antwort geben.

Hier findest du Hundefreund*innen

  • auf Spaziergängen
  • beim Einkaufen
  • auf der Arbeit

Erzähle anderen Hundemenschen von deinen Herausforderungen und wie du sie meistern möchtest. Bitte um Feedback, Ideen oder Unterstützung.

Professionelle Unterstützung findest du natürlich bei der Trainer*in deines Vertrauens. Diese Arbeit kann eine Hundefreund*in nicht ersetzen und das solltest du auch nicht erwarten.

Manchmal sind wir blind für unsere eigenen Fehler

Fällt es dir auch schwer Fehler zuzugeben? Dabei ist es so wichtig für dich, deinen Hund und euer Training. Neulich entdeckte ich einen Kommentarwechsel in einer Facebook-Gruppe, der mich echt verblüffte. Eine Person kommentierte unter einem Foto, dass der vermeintlich “grinsende” Hund eine hohe Körperspannung hat, der Körperschwerpunkt nach hinten geht und dass die Falten im Gesicht und angelegten Ohren für Angst oder Stress sprechen. Die Hundehalterin bedankte sich und schrieb, dass sie das interessant findet und überrascht ist, wie viel sie noch an ihrem Hund entdecken kann! Ich habe mich so gefreut, denn genau diesen freundlichen und reflektierten Umgang wünsche ich mir, auch online. Bestimmt hast du schon ganz andere Diskussionen über Hundetraining miterlebt.

Wir von Dog It Right haben keine Lust auf wütende Diskussionen und wollen so mit Menschen umgehen, wie wir es auch mit Hunden tun:

  • freundlich
  • reflektiert
  • lösungsorientiert

Hundefreund*in = Trainingspartner*in?

Was du dir von Hundefreund*innen wünschst, kann ganz unterschiedlich sein. Regelmäßige gemeinsame Spaziergänge, Austausch über Trainingsinhalte oder einfach mal jemanden zum Zuhören? Was brauchst du, um das Leben mit deinem Hund und euren Freund*innen genießen zu können?

Folgendes solltest du beachten, wenn du Hundefreund*innen für dich suchst

  • Tausche dich mit Menschen aus, die freundlich mit ihrem Hund trainieren und Strafe ablehnen. Du solltest dich nicht dafür rechtfertigen müssen, dass du deinen Hund gern und oft belohnst.
  • Wenn du zum Beispiel deine Nachbarin bittest, dich beim Training für Besuche zu unterstützen, dann lass dich dabei von einer Trainer*in anleiten. Wenn dein Hund Besuch gruselig findet oder nicht mehr ansprechbar ist, solltet ihr die Trainingsschritte mit professioneller Unterstützung festlegen.
  • Bleibt konstruktiv! Natürlich kannst du dich auch einfach mal darüber auslassen, dass gerade alles nervt. Aber werde schnell wieder konstruktiv: Was nimmst du für dich aus der Erfahrung mit? Was kannst du das nächste Mal anders machen? Ihr wollt euch gegenseitig unterstützen und nicht herunterziehen!

Folgendes solltest du beachten, wenn du Hundefreunde für deinen Hund suchst

  • Wähle einen Hund aus, dessen Mensch freundlich mit ihm umgeht. Wenn die Halter*in ihren Hund ab und zu anschnauzt, wird dein Hund das bestimmt unangenehm finden.
  • Wähle Hunde aus, die zu deinem Hund passen. Sie sollten ähnliche Interessen und einen ähnlichen Spielstil haben. Wenn ein Hund den anderen immer wieder zum Spiel auffordert, obwohl der lieber schnüffeln möchte, dann passen die beiden nicht zusammen.
  • Wenn dein Hund in der Nähe anderer Hunde kaum ansprechbar ist, lass dich von einer Trainer*in unterstützen. Um wirklich Hundefreunde zu finden, sollte dein Hund sich freundlich annähern können und deeskalierende Strategien in schwierigen Situationen wählen können. Lass dir von einer Trainer*in zeigen, wie du deinen Hund dabei unterstützen kannst.

Fazit – hier findet ihr Hundefreunde:

  • Auf dem Spaziergang: Sprich Menschen mit ihren Hunden aus sicherer Entfernung an. Scheue dich nicht davor zu fragen, ob ihr auf Abstand nebeneinander oder hintereinander gehen wollt.
  • In sozialen Netzwerken: Schreibe bitte genau, was deine Wünsche und Ziele sind. Wenn du freundliches Annähern und entspanntes gemeinsames Spazieren suchst, solltest du das explizit sagen!

Im Dog It Right Kompakttraining zeigen wir dir, wie du die ersten Treffen mit potenziellen Hundefreunden gestalten kannst. Du weißt dann genau, wie du deinen Hund ab sofort vorbereiten kannst, wie du dich in verschiedenen Situationen verhalten solltest und wie ihr die Hundefreundschaft ab dem ersten Tag stärken könnt. Wenn du dir unsere Unterstützung im Training wünschst, vereinbare hier ein kostenfreies Vorgespräch, in dem wir gemeinsam herausfinden, ob das Kompakttraining passend für dich und deinen Hund ist. Hier Training anfragen!

Über die Autor*in

Ulrike Seumel

Ulrike Seumel ist Trainerin für Menschen mit Hund, Coach, Autorin und Gründerin von Dog It Right.

Mit Dog It Right begleitet sie Menschen und ihre Hund auf dem Weg zu einem glücklichen und unbeschwerten Leben.

Ihr Team und sie trainieren Hundehalter*innen, damit diese wissen, wie sie mit ihrem Hund umgehen. Die Menschen sollen Probleme erkennen, verstehen und lösen können. Dabei trainieren sie immer mit den Bedürfnissen und Stärken von Mensch und Hund.

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