Im Training ein Musterschüler, im Alltag klappt es nicht.

Du fragst dich, was du falsch machst – dein Hund ist während der Übungen ein Musterschüler, aber im Ernstfall ist kein Verlass auf ihn. Per E-Mail habe ich diese Frage vor ein paar Wochen erhalten und ich weiß, dass es vielen so geht. Auch meine Kund*innen kommen zu mir, weil ihr Training bei Ablenkungen wie anderen Hunden oder in gefährlichen Situationen nicht funktioniert. Sie wollen sich auch im Ernstfall auf ihren Hund verlassen können.

Ich habe deshalb heute drei Punkte für dich, an denen du im Training und Alltag noch etwas tun kannst, um dich mehr auf deinen Hund verlassen zu können.

 

1. Training muss in Alltagssituationen fortgesetzt werden.

Es ist wichtig, dass du erst mal Übungssituationen schaffst für dich und deinen Hund. Aber zwischen Training und Alltag darf es keine Trennung geben. Viele Hunde laufen auf dem Hundeplatz perfekt Fuß – ohne Probleme und zuhause können sie nicht an lockerer Leine und kein Fuß laufen. Wenn dein Hund auf deinen alltäglichen Gassiwegen Signale beherrschen oder ein bestimmtes Verhalten zeigen soll, dann musst du auch das trainieren. Was bedeutet das? Du musst in der Lage sein, eine Situation zu erkennen, das gute Verhalten deines Hundes erkennen und dann verstärken. Außerdem solltest du einschätzen können, wann dein Hund noch was zeigen kann – wie viel er leisten kann, wann er deine Hilfe braucht und wann es besser wäre, ihn anzuleinen. Dafür brauchst du als Mensch Zeit und Übung, dann kann es auch mit deinem Hund klappen.

In meinem Online-Kurs Kommunikation mit Markersignalen achte ich wie bei meinen Kund*innen im persönlichen Training sehr darauf, dass die Inhalte im Alltag umgesetzt werden. In diesem Onlinekurs gibt es in der vierten Lektion eine genaue Umsetzung für den Alltag. Damit du Tag für Tag Neues umsetzen kannst, damit es dir leicht fällt, ein Markersignal und Belohnungen im Alltag anzuwenden. Es kostet oft etwas Überwindung, wenn wir neue Sachen lernen wollen. Ich mache es damit meinen Kund*innen so leicht wie möglich.

Lesetipp: Warum dir nur das Training im Alltag dauerhaften Erfolg mit deinem Hund bringt

 

2. Wenn Training im Alltag stattfindet, dann muss es auch an Ablenkungen stattfinden.

Am besten gehst du da Schritt für Schritt vor. Denn wenn dein Hund sich in eurem Garten hinsetzen kann, dann sicher noch nicht, wenn ein Ball fliegt oder ein Kaninchen los schießt. Ich arbeite da gern mit einer Ablenkungsliste. Die sieht für jeden Hund natürlich anders aus, denn nicht jeder Hund interessiert sich für Rehe, andere werden von Mülleimern magisch angezogen oder lieben fremde Menschen über alles. Deshalb überlege dir, an welchen Ablenkungen deine Signale funktionieren sollten. Bei welchen Ablenkungen wäre es toll, wenn dein Hund nicht gleich losrennt, sondern bei dir stehen bleibt? Wenn du dir diese Ablenkungen vor Augen führst, weißt du, wann du deinen Hund belohnen musst und für welches Verhalten. Dein Hund will immer zu anderen Hunden rennen und Hallo sagen? Dann belohne ihn, wenn er das mal nicht tut oder er zögert. Und du kannst deinen Hund langsam an diese Ablenkungen heranführen und gezielter daran trainieren. Wie oft übersehen wir das!

 

3. Erfolge verhindern!

Du hast ein schlechtes Gefühl? Dann benutze lieber eine Leine und halte sie in der Hand. Ansonsten geht dein Hund stiften und du bist frustriert. Du ärgerst dich und dein Hund hat Spaß, sagt dem fremden Hund Hallo, verfolgt ein Reh oder arbeitet eine interessante Wildspur aus. Und was willst du dann tun? Wenn du weiter rufst, lernt dein Hund nur, dass du dich immer wiederholst und dass deine Worte nicht wichtig sind. Du kannst deinen Hund einsammeln, aber das ist gar nicht so leicht, wenn dein Hund schnell durch die Gegend rennt. Und deinem Hund danach zu zeigen, dass es doof war, was er getan hat, funktioniert nicht. Dein Hund lernt nur, dass deine Gegenwart doof und die von anderen Hunden, Rehen und Co. wirklich toll ist.

Zu einem guten Training gehört es auch dazu, dass wir Training und auch Alltag so gestalten, dass der Hund das lernen kann, was wir wollen und möglichst wenig Fehler dabei macht.

 

Der Verlass auf deinen Hund braucht Wiederholungen und stetiges Üben.

ABER dein Hund ist keine Maschine. Du würdest auch nicht zu einem Kleinkind sagen: “Ok, mach schon mal den Kamin an, ich komme dann in einer Stunde vom Einkaufen zurück.” Das Beispiel hinkt, aber ich denke es verdeutlicht dir gut, was ich meine. Dein Hund muss sich auf dich verlassen können, denn du bist der Mensch, der gefährliche Situationen einschätzen kann und die Verantwortung für sich selbst und für seinen Hund trägt.

Durch dein Training wird dein Hund immer zuverlässiger reagieren, aber 100% gibt es nicht. Die kann dir niemand versprechen, egal wie er*sie mit Hunden trainiert. Ein Hund ist ein Tier und nicht mal Menschen sind so trainierbar, dass sie immer zu 100% funktionieren.

 

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