Vier Zutaten, die dein Hundetraining erfolgreich machen, statt dich auszubremsen

Der Hund soll dies, der Hund soll das. Schön und gut, aber wie lange arbeitest du schon daran? Und sei ganz ehrlich zu dir – trainierst du überhaupt daran oder erwartest du einfach nur, dass dein Hund sich so verhält, wie du willst?

Die meiste Arbeit müssen wir Hundehalter*innen in Verhaltensweisen stecken, die für unseren Hund keinen Sinn ergeben und auf die er von allein nie kommen würde. Eine Katze ist zum Jagen da, warum sollte der Hund sich dann hinsetzen, wenn er eine Katze sieht? Und dennoch möchtest du nicht, dass dein Hund Katzen jagt, auch wenn es ihm so viel Spaß macht und er nur sein genetisches Programm abfährt. Für die kleinen und die großen Ziele in der Erziehung von Hunden gibt es nur eine Lösung – Training.

Training – was ist das?

Training bedeutet, dass du deinem Hund ein Verhalten beibringst, das er auf ein Signal hin ausführt oder ein Verhalten, was er in einer bestimmten Situation für eine bestimmte Dauer zeigt.

Zum Beispiel hört dein Hund das Wort “Sitz” und hat keine Ahnung, was du meinst. Durch Training kannst du ihm vermitteln, dass er nach dem Wortsignal “Sitz” sein Hinterteil Richtung Boden bewegen und dort parken soll und das für einige Minuten.

Oder du vermittelst deinem Hund, dass er sich in einem Restaurant auf eine Decke legen und warten soll, wenn du diese Decke auspackst. Ein gutes Training sorgt dafür, dass dein Hund sich wohlfühlt und gute Erfahrungen sammelt – es gibt keinen besseren Schutz vor Angst- und Aggression bei Hunden.

Training besteht fast immer aus mehreren Trainingseinheiten und es braucht Wiederholungen, aber nur das allein reicht nicht – ansonsten wären unsere Hunde doch super erzogen. Und ja, nicht nur deine Hunde, sondern auch meine.

Zu einem erfolgreichen Training gehört mehr, denn wie oft bleibst du mitten auf der Strecke liegen und erreichst doch nicht dein Trainingsziel?

Diese vier Zutaten unterscheiden ein erfolgreiches Training vom Durchschnitt:

 

1. Bist du fleißig oder faul?

Du musst am Ball bleiben, wenn dein Hund etwas lernen soll. Dein Hund braucht Wiederholungen und er braucht Momente, in denen er das neue Verhalten praktizieren kann. Wenn dein Hund ein Sitz auf Signal lernen soll, reicht es nicht, das Verhalten zweimal im Monat abzufragen. Du musst dich zum Training mit deinem Hund motivieren können, auch wenn es nicht immer in den Zeitplan passt und auch mal langweilig ist, weil du immer nur dasselbe abfragst.

Lesetipp: Warum du mit deinem Hund nie dein Trainingsziel erreichst

Und Motivation braucht auch dein Hund, denn vieles, was du von ihm verlangst, braucht er nicht in seinem Leben. Denk an die Katze! Du musst dir darüber Gedanken machen, wie du deinen Hund zur Zusammenarbeit mit dir motivieren kannst. Spaß im Training sorgt für gute Gefühle bei deinem Hund und stärkt sein Selbstvertrauen.

Lesetipp: Welche Belohnungen du für ein erfolgreiches Training brauchst

 

2. Wo soll es hingehen?

Dein Hund soll sich auf Signal ohne Zögern hinsetzen können, wenn eine Katze direkt vor seiner Nase aus der Hecke springt. Während die Katze wegrennt, bleibt dein Hund sitzen, bis du ihm sagst, dass er wieder aufstehen darf. Ein großes Ziel, das auch für dich und deinen Hund erreichbar ist. Wenn dein Hund aber gern Katzen hinterher rennt, wirst du das nicht innerhalb von eine paar Trainingsminuten schaffen. Und wahrscheinlich denkst du dir gerade, dass das genau für deinen Hund und dich nicht möglich ist. Aber genau da liegst du falsch, du musst nur anfangen und dir viele kleine Ziele auf deinem Weg zum Endziel suchen.

Wenn du ein Trainingsziel vor Augen hast, musst du dir Teilziele setzen. So weißt du immer, wann du auf dem richtigen Weg bist oder ob du dein Training anpassen solltest. Du bleibst motiviert und dein Hund lernt mit Erfolg, weil du es ihm nicht zu schwer machst.

Wenn dich heute jemand bittet, einen Marathon zu laufen, wirst du auch nicht innerhalb von fünf Tagen dazu in der Lage sein – erst durch ein geplantes Training wirst du Schritt für Schritt diese Leistung abrufen können. Und da jede und jeder andere Voraussetzungen mitbringt, ist die Trainingszeit, die es dazu braucht, unterschiedlich. Auch Hunde sind nicht gleich – Hunde haben ihre eigene Geschichte, eigene Erfahrungen und bringen unterschiedliche Verhaltensweisen einfach mit. Eine gute Hundetrainer*in an deiner Seite kann dich Schritt für Schritt unterstützen, wenn du eine Anleitung brauchst – umsetzen kannst aber nur du diese Anleitung.

 

3. Dankbarkeit

Fragst du dich gerade, warum diese Zutat wichtig ist?

Dankbarkeit setzt deinen Fokus auf das, was du schon erreicht hast. Was dein Hund schon kann und nicht darauf, was euch fehlt. In schwierigen Phasen, die immer kommen und normal sind, hilft sie dir, nicht aufzugeben und verschafft dir ein gutes Gefühl.

Dankbarkeit hilft dir, dich auf das zu konzentrieren, was dein Hund gut macht.

Ich selbst habe erst gelernt, mich auf gutes Verhalten zu konzentrieren und habe dann entdeckt, wie cool Dankbarkeit ist.

Dankbarkeit reduziert Stress und macht dich glücklich. Und nur, wenn es dir gut geht, kannst du für deine Lieben da sein. Und dazu gehört auch dein Hund. Je mehr du Dankbarkeit in deinem Leben praktizierst, umso leichter wird es dir von Tag zu Tag fallen. Das gilt auch dafür, sich auf das gute Verhalten eines Hundes zu konzentrieren.

Jeder Hund zeigt ein tolles Verhalten, bevor er sich zu einem kleinen Monster aufspielt und Mist baut. Auf diese guten Momente im Verhalten müssen wir uns stürzen und sie ausbauen. Nur vorher musst du lernen, sie zu erkennen. Meinen Kund*innen gebe ich oft den Hinweis, alles aufzuschreiben, was ihr Hund an tollem Verhalten zeigt und sich diese Liste aufzuhängen. Und das an einem Ort, an dem sie ständig diese Liste vor Augen haben – z. B. der Bildschirmhintergrund auf dem Laptop, der Badezimmerspiegel, der Kühlschrank, auf dem Schreibtisch im Büro …. Wenn du deinem Gehirn ständig diese Liste vorsetzt, wirst du ganz automatisch mehr auf diese Verhaltensweisen bei deinem Hund achten und kannst sie gezielt ausbauen. Denn je mehr dein Hund auf diese gewünschten Verhaltensweisen zurückgreift, umso weniger Mist wird er bauen. Deshalb haben wir mit dem Dog Journal ein Dankbarkeitstagebuch extra für Hundehalter*innen geschaffen. Hier findest du mehr dazu!

4. Verstehst du dein Handwerk?

Ja, Hundetraining ist Handwerk. Die Abfolge von bestimmten Handgriffen zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Handgriffe und Abfolgen, die dir in Fleisch und Blut übergehen müssen.

Wenn du noch darüber nachdenken musst, wie du die Leine hältst und dein Rückruf-Signal eigentlich heißt, wird auch dein Hund nicht wissen, was du da gerade tust.

Jeder Anfang ist schwer

Deshalb musst du üben, üben, üben. Zu Beginn ist es nicht leicht, denn neu Gelerntes muss erst für dich zur Gewohnheit werden. Viele meiner Kund*innen finden die Arbeit mit dem Markersignal klasse und können sich ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen. Aber im ersten Moment, wenn sie es kennenlernen, ist es neu und allein daran zu denken, es einzusetzen, ist anstrengend. Nach wenigen Tagen ist das vergessen. Durch gezieltes Üben in einfachen und entspannten Situationen mit dem Hund wird der Einsatz des Markersignals zur Normalität und ist plötzlich ein Kinderspiel.

Wenn du eine neue Fremdsprache lernst, ist es am Anfang auch nicht leicht. Du musst viel nachdenken, nachschlagen, Grammatik pauken und die Aussprache trainieren. Durch viele Wiederholungen kostet dich das immer weniger Energie, du eignest dir einen großen Wortschatz an und kannst immer einfacher Sätze bilden.

Nicht umsonst hat sich der Begriff ‘Hundeschule’ etabliert, denn du lernst in ihr, wie du mit deinem Hund umgehen und trainieren kannst.

 

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