Rückruf klappt nicht mehr – was wirklich hilft (und was du lassen solltest)

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Dein Hund ist weg. Du stehst da. Irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und dem Wunsch, einfach nach Hause zu gehen – ohne ihn. <img decoding= Das kennen wir alle. <img decoding= 

Wenn der Rückruf gerade nicht klappt, ist die Frage nicht nur „wie ruf ich ihn zurück“ – sondern auch: Wie reagiere ich jetzt, ohne ihn anzuschreien oder alles noch schlimmer zu machen? Genau darum geht’s hier.

Warum der Rückruf plötzlich nicht mehr klappt

Der Rückruf ist die Queendisziplin im Hundetraining – einfach nur Zurückkommen ist es leider nicht. Denn ein Rückruf ist ein komplexes Verhalten, welches aus mehreren Bestandteilen besteht.

Dein Hund muss beim Rückruf

  • sich in deine Richtung drehen
  • auf dich zulaufen
  • so schnell wie möglich laufen
  • auf direktem Weg zu dir laufen
  • eine Ablenkung links liegen lassen
  • andere Ablenkungen, die ihm während des Rückrufs begegnen, auch links liegen lassen
  • direkt bei dir landen

Das wäre der ideale Rückruf!

Und ein Rückruf muss sich für deinen Hund lohnen, denn dein Hund entscheidet immer freiwillig, ob er zurückkommt. Über Zwang lässt sich so ein Verhalten nicht aufbauen.

Podcast-Tipp Folge 130: Dein Rückruf im Alltagstest – besteht ihr wirklich?

Und warum klappt der Rückruf plötzlich nicht mehr?

Gestern hat’s noch geklappt – heute dreht dein Hund sich nicht mal um. Was ist passiert?

Pubertät und Jugendentwicklung

Je nach Hund kann das bis zu 24 oder sogar 30 Monate dauern. In dieser Phase wird das Gehirn deines Hundes buchstäblich umgebaut. Das kostet enorm viel Energie, macht Stress – und vieles, was vorher funktioniert hat, läuft plötzlich nicht mehr so rund. Dein Hund braucht jetzt mehr Support, keine härtere Hand.

Podcast-Tipp Folge 102: Leben und Training mit pubertierenden Hunden

Neue oder aufregende Umgebung

Ein Rückruf, der im Garten klappt, ist noch kein Rückruf, der im Wald mit Rehen klappt. Dein Hund hat das einfach noch nicht für diese Situationen gelernt.

Zu wenig Übung bei krassen Ablenkungen

Wenn dein Hund den Rückruf nur in ruhigen Momenten geübt hat, weiß er noch nicht, wie er damit umgeht, wenn es wirklich wild wird.

Der Rückruf hat sich nicht mehr gelohnt

Zu oft gerufen, zu selten wirklich belohnt, manchmal auch mit Ärger verbunden. Das merken sich Hunde – und irgendwann kommen sie einfach nicht mehr. Warum auch? Im Wald oder auf der Wiese ist gerade viel mehr los als bei dir.

Dein Hund ist gerade gestresst oder hat Angst

Unter Stress kann dein Hund schlechter auf das zurückgreifen, was er gelernt hat. Er reagiert langsamer, wirkt abwesend – oder kommt gar nicht. Dein Hund ist nicht bockig. Er packt es gerade einfach nicht.

Lesetipp: Impulskontrolle beim Hund: So trainierst du sie im Alltag

Das solltest du lassen, wenn dein Hund nicht auf den Rückruf reagiert

In diesem Moment bist du frustriert af – das ist total verständlich. Aber es gibt ein paar Dinge, die deinem Rückruf langfristig schaden und auch eure Beziehung belasten. Diese hier zum Beispiel:

Schimpfen

Dein Hund kommt zurück und du lässt deinen Frust raus. Verständlich, aber fatal. Dein Hund hat in diesem Moment das Richtige getan. Wenn das mit Ärger endet, lernt er: Zurückkommen lohnt sich nicht. Beim nächsten Mal bleibt er lieber weg. Wer kann’s ihm verdenken?

Statt zu schimpfen kannst du die Energie viel besser nutzen und die Aufmerksamkeit deines Hundes gezielt trainieren.

Lesetipp: Aufmerksamkeit beim Hund trainieren – 12 Schritte für mehr Fokus

Warum Schimpfen deinem Rückruf schadet

Leider führen Schimpfen oder andere Dinge, die es deinem Hund unbehaglich machen, dazu, dass dein Hund beim nächsten Mal in so einer Situation das Weite sucht und lieber den Abstand zu dir vergrößert.

Wenn dann keine Leine am Hund ist, wird das deinen Rückruf stark verschlechtern bzw. unmöglich machen. Oder dein Hund versucht, sich einfach das nächste Mal unauffälliger aus dem Staub zu machen, während du auf dein Handy schaust oder dich unterhältst. Nur, wenn du konsequent mit Belohnungen am Rückruf und an der Kooperation deines Hundes arbeitest, wird dein Hund freiwillig mehr auf dich achten.

Solltest du deinen Hund abrufen und es funktioniert nicht, darfst du dir gern selbst eine kleine liebevolle Kopfnuss geben, denn du hast die Situation falsch eingeschätzt und keine Schleppleine an deinem Hund. 😉

Das kann passieren, aber es ist für deinen Hund und auch für die Umwelt gefährlich. Die Kopfnuss solltest du dir also nicht zu oft geben müssen.

Auch solltest du die Leine oder die Schleppleine nicht für deinen Rückruf als Hilfe nutzen. Denn den Hund über die Leine zu angeln, ist zwar im Notfall okay und eine wichtige Sicherheit, aber damit kannst du kein freiwilliges zu-dir-Zurückkommen aufbauen.

Podcast-Tipp: 5 Fehler beim Rückruf-Training

Mehrfach rufen

In einer echten Notsituation? Ruf so oft du musst. Sicherheit geht vor. Aber wenn du merkst, dass du deinen Hund regelmäßig mehrfach rufen musst, ist das ein klares Zeichen: du solltest das Rückruf-Training noch mal neu angehen. Denn beim Rückruf-Training geht’s nicht nur darum, ein Signal aufzubauen – sondern darum, dass dein Hund wirklich versteht, warum es sich lohnt, zu dir zu kommen. Genau darum geht’s in meinem 0€ Online-Training. Hier klicken & dabei sein!

Dem Hund hinterherlaufen um ihn einzufangen

Der Impuls ist da – aber es hilft nicht. Viele Hunde reagieren darauf mit Übersprungsverhalten, weil sie gestresst sind. Und nicht selten entwickeln sie dadurch ein noch größeres Problem mit dem Anleinen. Also: tief durchatmen und nicht hinterherlaufen.

Rückruf klappt nicht – so reagierst du richtig in diesem Moment

Gerade wenn ein fremder Hund auftaucht und dein Hund einfach nicht mehr reagiert – das hier hilft dir weiter.

Ruhig bleiben und nochmal rufen

Ja, mehrfach rufen ist eigentlich nicht ideal – aber wenn’s gerade gefährlich ist, ruf so oft du musst. Sicherheit geht vor. Was jetzt hilft: ruhig bleiben, klaren Kopf behalten. Panisch rufen oder laut werden bringt deinen Hund in diesem Moment nicht schneller zu dir.

Wenn dein Hund zurückkommt: anleinen UND belohnen

Auch wenn du gerade innerlich kochst – bitte trotzdem belohnen. Dein Hund ist gekommen und hat sich anleinen lassen. Das ist genau das, was du willst. Dieser Moment zählt.

Wenn dein Hund draußen generell nicht mehr erreichbar ist

Vor allem sobald ein anderer Hund auftaucht und dein Hund komplett abschaltet – dann reicht ein einzelner Tipp nicht aus. Da steckt mehr dahinter, und genau das schauen wir uns in meinem 0 € Online-Training gemeinsam an. Ich zeige dir, warum dein Rückruf in genau diesen Momenten nicht funktioniert – und was du stattdessen brauchst, damit dein Hund draußen wieder auf dich reagiert. <img decoding=

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Hund kommt nicht ran? So leinst du ihn trotzdem an

Wenn dein Hund nicht zu dir kommt und sich nicht anleinen lässt – tief durchatmen. Geh ruhig zu ihm und leine ihn an. Und wenn er sich anleinen lässt: unbedingt belohnen. Du hast ihn gesichert, er hat mitgemacht – das zählt. Dein Hund merkt deinen Frust sowieso, also gib ihm lieber noch einen Keks drauf. <img decoding=

Wenn dein Hund sich regelmäßig nicht anleinen lässt, schau dir das hier an: <img decoding= Wenn dein Hund sich nicht anleinen lässt…

Rückruf hat nicht geklappt – das tust du danach:

Okay, dein Hund ist wieder an der Leine. Durchatmen. Und dann:

  1. Frag dich: Was hat deinen Hund so stark abgelenkt, dass er nicht reagiert hat? Andere Hunde? Rehe? Kaninchen? Je konkreter du das weißt, desto besser kannst du beim nächsten Mal reagieren.
  2. Wenn der Ärger sich gelegt hat, überleg dir: Was machst du nächstes Mal anders? Früher anleinen? Die Umgebung besser im Blick behalten? Diesen Ort erstmal meiden, solange die Kaninchen Hochsaison haben? <img decoding=
  3. Am nächsten Tag – ganz in Ruhe – schaust du dir an, was du im Training angehen willst. Nicht im Frust, sondern mit einem klaren Kopf. Nimm dir wirklich kurz die Zeit und reflektier: Was war los? Was hat deinen Hund so aus der Bahn geworfen? Genau das sind die Themen, die ihr im Training als nächstes angehen solltet – damit dein Hund beim nächsten Mal besser durch diese Situationen kommt.
  4. Und schau dir das hier an: <img decoding= 3 Fehler, die dich deinen erfolgreichen Rückruf kosten

Was bedeutet Konsequenz, wenn dein Hund nicht kommt?

  • „Du musst konsequenter sein.“
  • „Das darfst du nicht durchgehen lassen.“
  • „Der tanzt dir doch nur auf der Nase rum.“

Kennst du diese Sätze? Meistens kommen sie genau dann, wenn du eh schon am liebsten im Boden versinken würdest – weil dein Hund gerade mal wieder nicht kommt und alle zuschauen. 🫣

Und dann fragst du dich: Haben die recht? Muss ich einfach konsequenter sein?

Kurze Antwort: Ja. Aber nicht so, wie die das meinen.

Konsequenz heißt nicht, dass du dich gegenüber deinem Hund durchsetzt, weil du denkst, du bist der Boss. Konsequenz heißt: du bleibst dran. Du trainierst regelmäßig, du belohnst konsequent – und du meidest Situationen, die gerade noch zu schwer für deinen Hund sind.

In diesen Situationen klappt der Rückruf oft nicht

Das berichten mir Hundemenschen seit 2011 immer wieder:

  • Plötzlich taucht ein anderer Hund auf
  • Rehe, Kaninchen oder anderes Wild ist in der Nähe
  • Dein Hund ist in einer neuen Umgebung, wo es superviel zu schnüffeln gibt
  • Dein Hund spielt gerade mit einem anderen Hund und hat den Spaß seines Lebens
  • Dein Hund ist gerade superkrass gestresst, weil es in eurer Nähe laut geknallt hat
  • Ihr habt das noch gar nicht trainiert – dein Hund kann das in dieser Situation einfach noch nicht schaffen

Kommt dir das bekannt vor? Dann bist du hier genau richtig. 👇

Seit 2011 zeige ich Tausenden von Hund-Mensch-Teams, wie Spazierengehen wieder entspannter wird – weil der Hund Bock hat zurückzukommen, weil er es schafft, auch wenn ein anderer Hund auftaucht, und weil er nicht einfach durchbrettert sobald es spannend wird. Und das alles ohne Alpha Kevin spielen zu müssen, ohne Gehorsam einzufordern und ohne dich einfach durchzusetzen.

Das brauchst du, damit der Rückruf bei Ablenkung wirklich klappt

Die meisten Hundemenschen wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen. Welche Ablenkungen zuerst? Wie nah darf der andere Hund sein? Wann kann ich die Schleppleine weglassen? Das ist das, was im Alltag fehlt – ein klarer Plan, den du Schritt für Schritt in deinem Alltag umsetzen kannst.

In Rückruf Pro zeige ich dir genau, wie das geht und wie du es im Training umsetzt.

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Oder du willst erstmal reinschnuppern? In meinem 0 € Onlinetraining zeige ich dir, warum dein Hund draußen nicht reagiert – und was ihr wirklich braucht, damit’s klappt.

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Rückruf klappt nicht – eure häufigsten Fragen

Warum hört mein Hund plötzlich nicht mehr auf den Rückruf?

Das kann mehrere Gründe haben. Pubertät und Jugendentwicklung, zu wenig Übung bei krassen Ablenkungen, oder der Rückruf hat sich einfach nicht mehr gelohnt – zu oft gerufen, zu selten belohnt. Manchmal steckt auch Stress oder Angst dahinter. Dein Hund ist nicht bockig. Irgendetwas in der Situation ist gerade stärker als du. Den genauen Grund findest du weiter oben im Artikel. 👆

Was tun, wenn dein Hund nicht kommt, wenn du ihn rufst?

Ruhig bleiben und nochmal rufen. Wirklich. Panisch werden oder laut werden bringt deinen Hund nicht schneller zu dir. Wenn er zurückkommt – anleinen und belohnen, egal wie lange es gedauert hat. Danach in Ruhe überlegen, was die Situation so schwierig gemacht hat und dann dein Training optimieren.

Wie oft darf ich den Rückruf wiederholen?

In einer Notsituation so oft wie nötig – Sicherheit geht vor. Aber wenn du merkst, dass du deinen Hund regelmäßig mehrfach rufen musst, ist das ein Zeichen, dass ihr den Rückruf neu aufbauen solltet. In meinem 0 € Online-Training zeige ich dir, wo ihr anfangen könnt. 👉 Klick hier und sei für 0 € dabei!

Was tun, wenn dein Hund bei anderen Hunden nicht mehr reagiert?

Das ist eines der häufigsten Themen, die mir Hundemenschen beschreiben. Sobald ein anderer Hund auftaucht, ist der Rückruf wie weggeblasen. Das liegt meistens nicht am Rückruf selbst – sondern daran, was davor passiert. Genau das schauen wir uns in meinem 0 € Online-Training gemeinsam an. 👉 Klick hier und sei für 0 € dabei!

Ulrike Seumel

Ulrike Seumel ist ausgebildete Hundetrainerin, Coach, Autorin des Buches „Markertraining für Hunde“ und Gründerin von Dog It Right®. Seit 2011 arbeitet sie hauptberuflich im Hundetraining, seit 2013 online.

Sie begleitet Menschen, deren Hunde wie auf einem anderen Planeten sind, sobald irgendwo ein anderer Hund auftaucht.

Dog It Right steht nicht für Dominanz, Gehorsamsdenken oder „sich durchsetzen“, sondern für ein Training, das ohne Machtspielchen auskommt und im echten Leben funktioniert, nicht auf dem Hundeplatz.

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Markertraining vereint den wertschätzenden Umgang mit Hunden und ein durchdachtes Hundetraining. Du erfährst, wie die Arbeit mit Markersignalen funktioniert und wie man sie im Alltag mit Hunden anwendet. Schwerpunkt des Trainings ist es, das tolle Verhalten des Hundes zu fördern und unerwünschtes Verhalten nachhaltig zu verändern – alles ohne Schreckreize und Druck.

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